Gemeinsam mit Bürgern der Stadt Scheibbs Profil geben. Die Bezirkshauptstadt Scheibbs will heuer einen Stadtentwicklungsprozess einleiten. Bürger sollen sich intensiv einbringen können. Erster Schritt: Professionelle Begleitung suchen.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 05. Februar 2021 (05:39)
Wollen den Stadtentwicklungsprozess für die Stadtgemeinde Scheibbs neu starten, von links: SPÖ-Stadtrat Hans Huber, ÖVP-Bürgermeister Franz Aigner und ÖVP-Vizebürgermeister Martin Luger.
Stadtgemeinde

Vor der Landesausstellung 2015 hat die Stadt Scheibbs das letzte Mal am Projekt der Dorf- und Stadterneuerung teilgenommen. Dabei wurden unter anderem die Errichtung der Stadtmole oder die Neugestaltung des Erlebnisweges umgesetzt.

„Der letzte echte Stadtentwicklungsprozess geht aber schon in die 90er-Jahre zurück“, sagt SPÖ-Stadtrat Johann Huber, in dessen Kultur- und Tourismusausschuss auch das Thema Stadtentwicklung fällt.

„Wir positionieren uns als Kultur-, Wirtschafts-, Einkaufs- und Gesundheitsstadt, aber alles irgendwie gemischt. Ich glaube, es ist an der Zeit, dass wir uns als Stadt wieder ein genaues Profil geben und wissen, in welche Richtungen wir uns in Zukunft entwickeln wollen und genau dafür die Mittel konzentrieren“, betont Huber.

Auch für die regierende Scheibbser ÖVP steht das Thema Stadtentwicklung auf der Agenda für die nächsten Jahre.

„Wir sind uns einig, dass wir wieder einen Stadtentwicklungsprozess einleiten wollen. Jetzt ist es wichtig, abzuklären, wie die genaue professionelle Begleitung ausschauen kann. Denn nur so macht ein Stadtentwicklungsprozess, bei dem sich auch die Bürger intensiv einbringen sollen, wirklich Sinn. Wir werden dafür im Nachtragsvoranschlag auch finanzielle Mittel reservieren“, erklären ÖVP-Bürgermeister Franz Aigner und ÖVP-Vizebürgermeister Martin Luger.

„Wir müssen uns festlegen, in welche Richtung wir uns entwickeln wollen.“ SPÖ-Stadtrat Hans Huber

Die professionelle Begleitung ist auch für Huber unabdingbar. „Das haben wir auch schon im Ausschuss und Stadtrat vorab besprochen. Jetzt gilt es, abzuklären, welche Art von Begleitung für uns am besten in Frage kommt und auch wie und von wo wir dafür auch Förderungen lukrieren können“, sagt Huber.

Der Stadtentwicklungsprozess soll auf jeden Fall in mehreren Schritten erfolgen. Noch im Februar soll es eine gemeinsame Besprechung von Gemeinderäten und Gemeindeamtsmitarbeitern geben. Nach der Entscheidung für eine professionelle Begleitung wird eine Ist-Analyse der erste Schritt sein.

Während Huber damit aber schon im Frühjahr starten möchte, drückt man bei der ÖVP etwas auf die Bremse und sieht die zweite Jahreshälfte als realistisches Ziel an. Danach soll jedenfalls die Bevölkerung die Möglichkeit haben, sich in Arbeitsgruppen, Workshops und/oder Umfragen in den Prozess einzubringen. Ziel ist es, ein Leitbild und Maßnahmenpaket zu erstellen, das dann in den nächsten Jahren umgesetzt werden soll.