Scheibbs: Kultursaal-Debatte ist wieder am Tapet

Erstellt am 07. Dezember 2022 | 15:01
Lesezeit: 3 Min
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Diskutierten über das Thema Stadtsaal, von links: Kulturstadtrat Hans Huber (SPÖ), kultur.impuls-Obmann Martin Potzmader und Bürgermeister Franz Aigner (ÖVP).
Foto: Christian Eplinger
Das Thema Kultursaal steht beim Stadterneuerungsprozess auf der Wunschliste. Durch das Konzert des Kammerorchesters in Reinsberg hat das Thema zusätzlich an Fahrt aufgenommen.
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Im Zuge des Stadtentwicklungsprozesses hat die Arbeitsgruppe „Begegnungen“ drei große Prioritäten-Themen dem Stadterneuerungsbeirat vorgelegt: Die Weiterentwicklung des Bereiches rund um die Erlauf („Erlauf-Quartier“), die Ausarbeitung einer neuen Kulturstrategie und die Errichtung eines Veranstaltungssaales für 400 bis 500 Personen.

Gerade das Thema Stadtsaal hat durch das Konzert des Kammerorchesters Scheibbs im Reinsberger Musium und die anschließende Berichterstattung (unter anderem dem NÖN-Kommentar „Das Dorf hat die Nase vorn“) zusätzlich an Fahrt aufgenommen. „Eines wollen wir gleich klarstellen. Wir haben keinen Neid auf die Reinsberger, sondern durchaus Bewunderung für die erbrachten Leistungen. Wir wollen uns auch mit niemanden vergleichen. Kultur ist kein Wettbewerb. Aber hier geht es nicht nur um die kulturellen Veranstaltungen, sondern auch um das soziale Zusammenleben – von Weihnachts-, über Geburtstags- und Hochzeitsfeiern bis hin zur Zehrung. Hier brauchen wir in Scheibbs eine entsprechende Infrastruktur“, sagt Kultur-Stadtrat Hans Huber (SPÖ) in der NÖN-Gesprächsrunde. In eine ähnliche Kerbe schlägt impuls.kultur-Obmann Martin Potzmader: „Wir haben schon so oft Hoffnung gehabt, schon viele Ideen entwickelt und geplant. Dennoch: Gerade vom aktuellen Stadtentwicklungsprozess erhoffen wir uns noch einmal einen richtigen Ruck. Wenn wir es jetzt nicht schaffen, dann wohl nie mehr“, sagt Potzmader.

Projekte und Ideen würden einige in der Schublade liegen – auch eine Erweiterung vom aktuellen kultur.portal Richtung Erlauf. Ein weiterer, immer wieder diskutierter Standort ist der ehemalige Adeg-Markt in der Erlaufpromenade, der sich allerdings in Privatbesitz befindet. Als Nächstes ist jedenfalls der Stadterneuerungsbeirat am Zug, der dem Gemeinderat aus den 104 vorgelegten Projekten eine Prioritätenliste samt Umsetzungsplan vorlegen soll. Die Letztentscheidung trifft dann ohnehin der Gemeinderat.

„Es wird immens schwierig, aus den vielen guten, aber unterschiedlichsten Projekten eine Auswahl zu treffen. Letztendlich muss auch allen klar sein, dass wir das ja auch finanzieren müssen, selbst wenn sich die Projekte über Jahre erstrecken werden“, weiß Bürgermeister Franz Aigner (ÖPV), will aber den Schwung keinesfalls bremsen. „Wichtig ist, das alles auf den Tisch kommt und dann entschieden wird.“

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