Thomas aus Gresten rettete ein Leben. Der Grestner Thomas Fröschl wurde im vergangenen Dezember zum Stammzellenspender.

Von Jakob Zuser. Erstellt am 11. Februar 2020 (04:12)
Thomas Fröschl (21) ist aus Gresten und studiert Medizin in Graz.
privat

Thomas Fröschl aus Gresten wurde eine ganz besondere Ehre zuteil. Im Dezember des Vorjahres spendete der 21-Jährige seine Stammzellen.

Im August 2017 nahm Thomas an der Typisierungsaktion in Steinakirchen, die vom Verein „Sirius“ mit Obmann Manuel Haselsteiner organisiert worden war, teil. Dort wurde Blut abgenommen und später analysiert. Ob man jemals tatsächlich zum Spender wird, weiß man jedoch nicht – die Wahrscheinlichkeit ist sehr gering. Doch im Oktober 2019 kam dann von der Organisation „Geben für Leben“ die Nachricht: Thomas Stammzellen könnten womöglich zu einer 30-jährigen Patientin aus Europa mit Blutkrebs passen.

Daraufhin ließ sich der Medizinstudent von einer Uni-Kollegin Blut abnehmen und schickte eine Probe zur weiteren Untersuchung. Wenige Wochen später war klar – Thomas war der passende Spender. Bedenken hatte der junge Mann dabei nicht: „Diese Chance bekommen nicht viele. Ich wusste aufgrund meines Medizinstudiums außerdem, was in etwa auf mich zukommen würde.“

„Eine solche Chance bekommen nicht viele Menschen. Es ist ein überwältigendes Gefühl!“Thomas Fröschl, Student aus Gresten

Ende November reiste er dann nach München zu einer Voruntersuchung. Dort erfolgte ein umfangreicher medizinischer Check. Für den großen Tag der Spende standen dann kleinere Vorbereitungen am Programm. Thomas musste sich ab dem vierten Tag vor der Spende täglich zwei Spritzen unter die Haut verabreichen.

Die Injektionen bereiteten ihm zwar keine Schmerzen, trotzdem spürte er die Nebenwirkungen. „Drei bis vier Tage hatte ich leichte Kreuz- und Kopfschmerzen, jedoch nie so, dass die Einnahme von Schmerzmitteln notwendig gewesen wäre“, erklärt der 21-jährige Medizinstudent.

Die Spende selbst verlief dann sehr entspannt. Zwei Stunden dauerte der Vorgang, kurz darauf konnte er das Spital in München bereits wieder verlassen. „Während der Spende lag ich gemütlich da und schaute mir einen Film an. Dann war es auch schon wieder vorbei.“

Insgesamt ist er froh, die Spende gemacht zu haben und damit einer kranken Person helfen zu können. „Am Weg nach Hause wurde mir dann allmählich bewusst, was ich mit dieser Spende hoffentlich bewirken werde. Ein Mensch, von dem ich aktuell noch nicht viel weiß, wird nun wieder ein normales Leben führen können. Das Gefühl, jemandem Hoffnung zu schenken, ist überwältigend. Ich bin ausgesprochen dankbar, dass ich eine solch besondere Erfahrung machen durfte und bin schon gespannt, wie es der Patientin weiter ergeht“, sagt Fröschl.

Wer die Patientin ist und woher sie genau kommt, weiß er zum jetzigen Zeitpunkt nicht. Wenn Spender und Empfänger zustimmen, bekommen sie diese Informationen zwei Jahre nach der Spende.

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