Typisierungsaktion in Steinakirchen: So einfach kann man Leben retten

Erstellt am 28. März 2022 | 07:03
Lesezeit: 4 Min
Am Sonntag kann man sich in Steinakirchen als möglicher Stammzellenspender typisieren lassen. Der Verein Sirius organisiert gemeinsam mit dem Verein Geben für Leben im Rahmen des Frühlingskirtags eine Typisierungsaktion. Wer zwischen 17 und 45 Jahren alt ist, gesund ist und über 50 Kilogramm wiegt kann sich am Sonntag, 3. April, zwischen 9 und 16 Uhr im Steinakirchner Festsaal typisieren lassen. Und das geht ganz einfach: ein simpler Wangenabstrich und eine kurze Eingabe der Personendaten und schon ist man registriert.
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Eine Stammzellenspende ist oft das einzige Heilmittel für Leukämiekranke. Aber den passenden Spender zu finden ist schwierig. Anders als bei Blutgruppen gibt es nämlich tausende Stammzellentypen. Statistisch gesehen liegt die Chance, den passenden Spender zu finden bei 1:500.000. Umso wichtiger ist es, dass immer wieder neue mögliche Spender in die weltweite Datenbank eingearbeitet werden. Denn vielleicht tragen ja gerade Sie die richtigen Stammzellen in ihrem Körper und können damit ein Leben retten.

Bei der ersten Typisierungsaktion vom Verein Sirius und dem Verein Geben für Leben im August 2017 in Steinakirchen ließen sich damals 1.364 Menschen typisieren. Eine immens hohe Zahl. Die Typisierungsaktion war aber anderwärtig von Erfolg gekrönt. Gleich elf passende Spender wurden bislang gefunden. Am Freitag trafen sich diese mit zwei Spendern aus der 2019 von Franz Mayrhofer und der Firma Haubis gestarteten Typisierungsaktion in Petzenkirchen im GH Josefihof Luger in Wang zu einem gemeinsamen Erfahrungsaustausch. Einhelliger Tenor: "Ich würde sofort wieder spenden. Denn damit vielleicht ein Leben zu retten, ist schon ein ganz besonderes Gefühl", brachte es etwa Sabrina Groiss aus Ferschnitz auf den Punkt.

Gregor Salzmann aus Purgstall war der erste Spender, der aus der Typisierungsaktion 2017 in Steinakirchen hervorging. 2019 spendete er sein Stammzellen an einen Amerikaner. "Leider konnte ich ihn nicht mehr persönlich kennen lernen, denn er ist im Alter von 66 Jahren im Herbst verstorben. Aber die Familie und Ärzte von ihm versicherten mir, dass ich ihm mit meiner Spende das Leben um noch zwei schöne Jahre verlängert habe", schildert Salzmann.

Vorerst anonymer Kontakt von Spender und Empfänger

Viele der Spender haben anonymen Kontakt mit jenen Menschen, denen sie einen genetischen Erbteil von sich selbst gespendet haben. "Frühestens nach zwei Jahren gibt es die Möglichkeit, sich auch persönlich kennen zu lernen. Bis dahin erfolgt der Kontakt nur anonym via Brief- bzw. Mailverkehr", erklärt Walter Brenner vom Verein Geben für Leben.

So ein persönliches Treffen könnte es schon heuer für Thomas Scholler geben. Der Wanger hat seine Stammzellen einer Polin gespendet, mit der er inzwischen regen Mailkontakt hat. "Es geht ihr immer besser. Die Spende scheint die erhoffte Wirkung zu erzielen. Das ist natürlich schon ein besonderes Gefühl, wenn man weiß, damit vielleicht jemanden das Leben gerettet zu haben", sagt Scholler.

Auch Geldspenden sind wichtig

Auch Sirius-Vereinsobmann Manuel Haselsteiner war ein passender Spender. Er hat seine Spende erst vor Kurzem in München abgegeben und ist damit der jüngste Spender aus der Typisierungsaktion von 2017. Grund genug, jetzt wieder gemeinsam mit dem Verein Geben für Leben eine neuerliche Aktion ins Leben zu rufen. "Wir hoffen, dass sich wieder sehr viele typisieren lassen. Und wer nicht in die passende Zielgruppe fällt, der kann auch vorbeikommen, um Geld zu spenden. Denn jede einzelne Typisierung kostet 40 Euro. Da kommt für unsere Vereine schon einiges zusammen", sagt Haselsteiner und hofft auf viele Spender und Nachahmer. Denn Typisierungsaktionen kann es nicht genug geben. "Je umfangreicher die Datenbank, desto größer die Chance, Leben zu retten", unterstreicht Walter Brenner noch einmal.

Die bisherigen Spender aus der Typisierungsaktion in Steinakirchen 2017 und Petzenkirchen 2019:

  • Sabrina Groiss aus Ferschnitz
  • Daniela Aichinger aus Steinakirchen
  • Matthias Mitterer aus Wang
  • Thomas Scholler aus Wang
  • Manuel Bramauer aus Petzenkirchen
  • Manuel Haselsteiner aus Wang
  • Gregor Salzmann aus Purgstall
  • Robert Wagner aus Purgstall
  • Roland Deisel aus Nöchling
  • Thomas Fröschl aus Brettl
  • Angelika Leichtfried aus Purgstall
  • Florian Auer aus Lunz am See
  • Reinhard Aigner aus Blindenmarkt

Stammzellen-Typisierungsaktion, Sonntag, 3. April, 9 bis 16 Uhr, Festsaal Steinakirchen im Zuge des Steinakirchner Frühlingskirtags. Organisiert und veranstaltet vom Verein Sirius und dem Verein Geben für Leben.

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