Erstellt am 16. Januar 2017, 15:02

von Christian Eplinger

Nach Trump-Wahl: ZKW bleibt vorerst gelassen. Donald Trump will Amerika wieder groß machen – auch auf Kosten von Mexiko und der internationalen Autoindustrie. Die ZKW-Führung wartet ab und beobachtet.

Erst im Vorjahr eröffnete ZKW sein neues Werk in Mexiko. Mit der Trump-Wahl hatte man damals noch nicht gerechnet.  |  ZKW

Mehr als 65 Millionen Euro und jede Menge Planungs- und Vorbereitungszeit investierte ZKW in den letzten Jahren in den neuen Standort Mexiko.

Im Mai des Vorjahres eröffnete die ZKW Group ihr neues Werk auf dem 116.700 Quadratmeter großen Grundstück in Silao. „Ein Meilenstein für unser Unternehmen. Wir erschließen den NAFTA-Raum und somit einen neuen Kontinent für unser Geschäft“, freute sich ZKW-CEO Oliver Schubert damals.

Rund 320 Arbeitsplätze geplant

Rund 320 Arbeitsplätze sind geplant. In der 21.900 Quadratmeter großen Fertigungshalle sollen bis 2019 700.000 Schweinwerfer pro Jahr produziert werden. Die ersten Produktstraßen sind bereits angelaufen.

Doch plötzlich bringt Donald Trump diese Pläne gewaltig ins Wackeln. Der neue US-Präsident attackierte mit heftigen Worten die Autokonzerne wie General Motors und Toyota, die für seinen Geschmack zu viele Autos für den US-Markt in Mexiko produzieren. Der Republikaner hat unter anderem angekündigt, das nordamerikanische Freihandelsabkommen NAFTA abzuschaffen, und droht mit hohen Strafzöllen.

"Warten erst einmal ab"

Die Folgen: Toyota kündigte jetzt an, zehn Milliarden Dollar in den USA zu investieren. Ford begrub Investitionspläne in Mexiko und auch Fiat-Chrysler schließt laut Presse nicht aus, seine Mexiko-Produktion aufzugeben. Bei BMW gibt man sich gelassen. Der Münchner Konzern hatte schon vor Jahren beschlossen, in Mexiko ein Werk zu errichten, und will dort von 2019 an jährlich rund 150.000 Autos produzieren.

Daher ist man auch beim Scheinwerferproduzenten ZKW vorerst relativ gelassen. „Wir warten erst einmal ab. Man muss genau beobachten, was der neue Präsident wirklich umsetzen kann“, erklärt ZKW-Group-Pressesprecher Waldemar Pöchhacker auf Anfrage der NÖN.