E-Autos werden im Bezirk Scheibbs beliebter. Bereits im ersten Halbjahr wurden 15 E-Autos mehr als im gesamten Vorjahr zugelassen.

Von Jutta Streimelweger und Denise Schweiger. Erstellt am 11. Oktober 2017 (04:20)
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shutterstock.com/Nerthuz
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Nach dem Diesel-Skandal bei deutschen Automarken vermehren sich die Rufe nach einem generellen Diesel-Verbot. In Deutschland wird diskutiert, bereits ab 2030 keine Diesel- und Benzinautos mehr zuzulassen. Österreich will mit einem möglichen Verbot vorerst nicht mitziehen, aber dennoch die Schadstoffbelastung durch den Pkw-Verkehr regulieren. Das gesteckte Ziel: Ab 2030 dürfen nur mehr abgasfreie Autos neu angemeldet werden.

Im Bezirk Scheibbs erfreut sich das E-Auto bereits jetzt steigender Beliebtheit. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Neuanmeldungszahl um 300 Prozent, allerdings bei insgesamt nur 22 E-Fahrzeugen im ersten Halbjahr. Im Vergleich: Der Absatz bei Dieselautos sank um rund neun Prozent auf 544 Fahrzeuge (2016: 595 Autos), der Benziner-Absatz stieg um knapp 44 Prozent von 351 Pkw auf 506 Fahrzeuge.

Abgasfrei ab 2030 eher unrealistisch

„Die Akzeptanz der Kunden steigt und ein Kauf ist dank Förderungen auch interessant.“Harald Pruckner

Für Harald Pruckner, Geschäftsführer von Autohaus Pruckner in Wieselburg, Rand-egg und Scheibbs, ist das Diesel-Verbot 2030 ein zu hoch gestecktes Ziel. „Diese Sache wurde nicht zu Ende gedacht. Das wäre eine technische Herausforderung und eine Umstellung ist für viele Kunden noch nicht möglich. Außerdem muss erst der Strom an die richtigen Stellen gebracht werden.

Diesen Vorschlag halte ich für reinen Populismus.“ Dennoch findet Pruckner wichtig, dass über CO -Neutralität gesprochen wird: „Allerdings denke ich nicht, dass hier Verbote viel bringen. Natürlich ist CO -neutrale Fortbewegung die Zukunft, allerdings braucht jeder Kunde seinen passenden Antrieb.“ Das müsse nicht zwingend ein Elektromotor sein, schließlich werde in viele Richtungen geforscht.

Positiv ist für Pruckner, dass er bereits ein Umden-ken bei den Autokäufern bemerken kann: „Die Akzeptanz der Kunden steigt und ein Kauf ist dank Förderungen auch interessant.“ Das Thema werde sicher an Geschwindigkeit aufnehmen. „Mit Infoevents versuchen wir, Vorurteile und Ängste zu nehmen“, berichtet Pruckner. Jetzt sei es wichtig, eine kritische Masse von E-Autos auf den Straßen zu erreichen. „Dafür brauchen wir aber auch die Infrastruktur und Ladepunkte.“

Optimistischer, was das 2030-Ziel angeht, ist Geschäftsführer Matthias Eckl vom Autohaus Eckl (Bergland): „Ab 2019 beginnt bei den meisten Herstellern die intensive Produktion der E-Fahrzeuge. Dass bis 2030 nur mehr abgasfreie Autos auf den Straßen Österreichs fahren, halte ich für realistisch.“

Aktuell gibt es im Autohaus Eckl kein einziges Stromauto im Sortiment. „Wir hatten jeweils ein Elektro-Modell von Citroën und Mercedes. Ich denke, die nächste Generation wird besser, ausgereifter. Die Autos der Zukunft werden auf jeden Fall sauberer.“