Der Bagger mitten im Volksschul-Turnsaal

Bis Herbst 2023 erfolgt der Um- und Ausbau der Volksschule Steinakirchen. Seit Donnerstag der Vorwoche läuft der spektakuläre Abbruch des alten Volksschul-Turnsaals.

Erstellt am 15. Dezember 2021 | 18:51
Lesezeit: 3 Min

Seit Anfang des Schuljahres haben die 185 Schüler und 16 Lehrkräfte sowie das weitere Personal der Volksschule Steinakirchen ein neues Zuhause – zumindest für zwei Jahre. Da sind sie im Schloss Wolfpassing untergebracht. „Nach dem doch ziemlich aufwendigen Umzug im Frühjahr und Sommer, bei dem alle inklusive vieler Eltern sehr zusammengeholfen haben, läuft der Schulbetrieb im Schloss bisher wirklich gut. Wir fühlen uns wohl in den neuen Räumlichkeiten, auch wenn uns gerade jetzt der Turnsaal sehr abgeht. Gleichzeitig ist die Vorfreude auf die neue moderne Schule aber bei allen schon sehr groß“, schildert Volksschul-Direktorin Heidelinde Berger.

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Während die Kinder derzeit also in Wolfpassing unterrichtet werden, ist in Steinakirchen in der Vorwoche erstmals der Bagger aufgefahren. Die 1978 errichtete Volksschule am Fuße des Habergs wird zur Gänze um- und ausgebaut. „Aktuell laufen die Entkernungs- und Abbrucharbeiten durch die Firma Zöchling. Parallel erfolgt die Angebotsprüfung für die Baumeisterarbeiten für den Neubau“, erklärt Steinakirchens Bürgermeister Wolfgang Pöhacker (ÖVP).

Am 10. November hat die Firma Zöchling mit der Entkernung des alten Gebäudes und des Volksschul-Turnsaals begonnen. In den vergangenen Tagen erfolgte der spektakuläre Abbruch des Turnsaals. Keine einfache Aufgabe auch für den Baggerfahrer, war der Turnsaal – so wie die gesamte Schule – ja direkt in die Hangböschung reingebaut. „Bisher läuft alles nach Plan. Bis Ende Jänner werden wir das alte Gebäude entkernt haben“, schildert Polier Herbert Rotteneder.

Projektbaukosten bei rund 6 Millionen Euro

Bevor mit dem Abbruch begonnen wurde, fand ein Flohmarkt statt. Viele Kästen und Einrichtungsgegenstände fanden dabei neue Besitzer. Auch den echten Parkettboden des alten Volksschul-Turnsaals hat sich ein Steinakirchner gegen einen Unkostenbeitrag gesichert. Entfernen musste er ihn sich allerdings in mühevoller Handarbeit selbst. „Rund 1.500 Euro sind so hereingekommen. Auch ein wenig was“, lächelt Bürgermeister Wolfgang Pöhacker.

Angesichts der geplanten Brutokosten des Um- und Zubaus von rund 6 Millionen Euro (ohne Einrichtung) nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. „Für die anerkannten Kosten von 5,538 Millionen Euro noch ohne Außenanlagen gibt es einen Zinszuschuss des Schul- und Kindergartenfonds. Für die Einrichtung eine 25-prozentige Direktförderung. Den Rest müssen die beiden Schulgemeinden Steinakirchen und Wolfpassing nach einem Verteilungsschlüssel über die Schülerzahlen berappen“, erläutert Pöhacker.

Generell war die wachsende Schülerzahl der Hauptgrund für den Um- und Zubau. Das alte Schulgebäude war für acht Klassen ausgelegt. Schon jetzt hat man neun Klassen, weil es erstmals seit vielen Jahren wieder drei erste Klassen gibt. Aufgrund des Bevölkerungswachstums in den beiden Gemeinden benötigt die Steinakirchner Volksschule künftig zwölf Klassenzimmer und mehrere kleinere Gruppenräume, um die Klassen flexibel teilen zu können. Das ist auch ein großer Wunsch von Direktorin Berger und ihrem Lehrkörper, die in der Planungsphase voll eingebunden waren. „Der Raum ist der dritte Pädagoge. Nur mit offenen Räumlichkeiten lässt sich moderner Unterricht auch umsetzen“, sagt Berger.

Um diese größere Anzahl an Räumlichkeiten unterzubringen, wird das Schulgebäude künftig drei- statt zweigeschoßig. „Der Dachstuhl des alten Gebäudes wird ebenfalls abgetragen und ein zusätzliches Geschoß aufgesetzt. Damit stehen nach dem Umbau insgesamt über 3.000 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung“, weiß Pöhacker. Der neue Volksschulturnsaal wird übrigens insgesamt etwas größer, dafür auch teilbar sein. Damit stehen, wie für eine Schule mit zwölf Klassen vorgesehen, mindestens zwei Turnsäle mit je 10 mal 18 Metern zur Verfügung.

Vergrößert wird auch die Zentralgarderobe. Dafür gibt es künftig nur mehr einen gemeinsamen Eingang für Schüler und Lehrer, der beim alten Schülereingang situiert sein wird. Neu wird auch ein unterirdischer Verbindungsgang zur Mittelschule. „Der ist wichtig, weil manche Räumlichkeiten, so wie etwa der Turnsaal oder die Räumlichkeiten für die Nachmittagsbetreuung gegenseitig genützt werden sollen“, erklärt Pöhacker.

Vom Bauzeitplan her hat man sich zwei Jahre für den Um- und Ausbau Zeit genommen. 2022 soll der Rohbau fertiggestellt werden, sodass über den Winter 2022/23 der Innenausbau vonstattengehen kann. „Im Herbst 2023 sollen die Kinder in die neue Schule einziehen. Bis dahin brauchen wir dann auch alle zwölf Klassenräume“, weiß Pöhacker.