Patrick Wurm: Die Liebe zum Holz hat er geerbt. Mit Schmuck, Deko, Balance Boards, Uhren und Sonnenbrillen aus Holz hat Patrick Wurm einen (erfolgreichen) Nerv getroffen: Kunden hat er nun bis nach Südkorea.

Von Anna Faltner. Erstellt am 28. Februar 2021 (05:24)

Mit selbstgemachten Schnapsbrettln aus Holz hat es vor vier Jahren angefangen. Dann hat Patrick Wurm immer mehr Holzprodukte entworfen und weiterentwickelt, kurz darauf dann den ersten Online-Shop installiert. Mit Erfolg.

Denn Kunden hat der 28-Jährige heute nicht nur im Mostviertel, sondern auch in Deutschland, Frankreich und sogar in Südkorea. Die NÖN hat den kreativen Steinakirchner zum Interview gebeten und gefragt, wie man aus „einem Spaß heraus“ ein eigenes Unternehmen gründet.

Und da kommen zuerst die Schnapsbrettln zur Sprache. „Die habe ich mit verschiedenen Motiven hergestellt und bei feierlichen Anlässen selbst verschenkt. Weil das so gut angekommen ist, kam mir die Idee, das Ganze größer aufzubauen“, erzählt Wurm. Er entwarf und produzierte immer mehr Produkte, individuelle Geschenke für die verschiedensten Anlässe, und bot diese dann in seinem Online-Shop an.

„Das Holz dürfte mir von früher geblieben sein. Mein Großvater hatte eine Tischlerei. Kann sein, dass mir das Holz deswegen so am Herzen liegt.“ Patrick Wurm, Gründer von „Wurmi‘s Holzdeko“

Allein mit Hochzeitsgeschenken, Armbändern, Ohrsteckern, Wanduhren, Wandbildern und Dekoartikeln gab sich der Entwicklungsingenieur aber nicht zufrieden. Ende 2019 startete er ein neues Projekt: Balance Boards. Zur Info: Ein Balance Board ist ein Balancegerät, mit dem man den gesamten Körper trainieren kann.

„Ich wollte mir selbst eines machen und habe angefangen, daran zu tüfteln. Wie man das macht und mit welchem Material. Aber ich wollte mich abheben von allen anderen und etwas entwerfen, was es noch nicht gibt“, verrät Wurm. Sein Konzept: Er fräst das Holz heraus und leimt eine andere Holzart zusätzlich hinein, danach wird geschweißt und lackiert. Und das hat geklappt. „Die Balance Boards kommen wirklich gut an“, ist der Künstler zufrieden. Pro Board investiert er rund zwei bis drei Stunden reine Arbeitszeit in seiner Werkstatt.

Damit aber nicht genug. Zu Jahresbeginn hat er seine ersten Holzuhren auf den Markt gebracht. „Das hat ziemlich lange gedauert. Zuerst kauft man sich andere Uhren, zerlegt die und schaut sich an, wie sie entstanden sind. Da ist schon viel Geld reingeronnen“, lacht der 28-Jährige. Hinzu kommen noch Gespräche mit Herstellern und Lieferanten der einzelnen Bestandteile. Dann muss er Entscheidungen treffen. Und dann geht die eigentliche Arbeit erst los.

Das technische Zeichnen, Konstruieren und kreative Entwickeln begleitet Patrick Wurm auch im Beruf als Entwicklungsingenieur in der Aufbereitungstechnik. „Damit war ich schon immer in Kontakt. Und das Holz dürfte mir von früher geblieben sein. Mein Großvater hatte eine Tischlerei. Kann sein, dass mir das Holz deswegen so am Herzen liegen“, meint er. Welche Holzsorte spielt dabei übrigens keine Rolle. Seine Kunstwerke fertigt er aus Eiche, Buche, Erle, Mahagoni, Zirbe, Zwetschkenholz und vielem mehr an. Für die Awards der Wieselburger Messe verwendete er zum Beispiel Erlenholz, weil die Erle der Baum des Jahres 2020 war.

Was das neue Jahr neben den Holzuhren noch mitgebracht hat, ist ein neuer Markenname. Wurms Produkte sind schon länger als „Wurmi‘s Holzdeko“ bekannt. Zusätzlich dazu entwickelte er die Marke „Wooddo“. Der Name ist ein Wortspiel aus zwei Wörtern. Das aus dem englisch stammende Wort „Wood“, also Holz, und „do“ ebenfalls aus dem Englischen bedeutet machen, tun, unternehmen. Ende 2020 hat er die Marke „Wooddo“ offiziell beim Patentamt angemeldet. In den kommenden Tagen geht die dreimonatige Widerrufsfrist zu Ende.

Im Frühjahr kommen Sonnenbrillen aus Holz

Ganz reibungslos ist die allerdings nicht verlaufen. Eine kleine Firma in Spanien heißt ‚Woodies‘ und produziert Sonnenbrillen. Das hätte der Steinakirchner ab dem Frühjahr auch geplant. „Falls es doch ein Problem sein sollte, müsste ich meine Sonnenbrillen unter einem anderen Namen anbieten. Da verbringt man einige schlaflose Nächte und viele Nerven braucht man auch“, erzählt er.

Aufgeben wäre aber nie eine Option gewesen. „Da steckt schon zu viel Zeit und Herzblut drin.“ Wie viel Zeit lässt sich kaum in Zahlen messen. „Vor Weihnachten habe ich fast durchgearbeitet, da hatte ich extrem viele Bestellungen. Ich denke, da hat mir der Lockdown auch in die Hände gespielt. Sonst liegt es an der Auftragslage. Für gewöhnlich habe ich aber schon jeden Tag nach meinem Vollzeitjob noch etwas zu tun“, erzählt er.

Den Online-Shop bearbeiten, Rechnungen schreiben, Emails beantworten – Arbeit, die im Hintergrund noch passieren muss. Manchmal sind es auch ungeduldige Kunden, die nicht länger als einen Tag auf ihre Bestellung warten wollen.

Und wenn dann doch einmal Platz für Freizeit ist, dann zieht es den Steinakirchner in die Natur und in die Berge. „Mit Sport komme ich wieder auf ein ruhigeres Niveau“, verrät Wurm. Infos gibt es auf seinen Social Media Accounts oder unter: www.wurmis-holzdeko.at