Promille-Lenker fuhr Radfahrer nieder. Nach acht G’spritzten übersah ein Autofahrer (49) einen Rennradler. Vor Gericht kassierte er Geld- und Bewährungsstrafe.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 27. November 2019 (14:11)
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„Acht G’spritzte hab’ ich damals im Laufe des Tages getrunken“, erzählt ein 49-Jähriger aus dem Bezirk vor Gericht. Mit 1,8 Promille intus übersah er heuer im September am Heimweg von der Arbeit an einer Kreuzung in Steinakirchen einen Rennradfahrer und fuhr ihn nieder. Fahrlässige Körperverletzung wird ihm nun vorgeworfen in einem Prozess am Landesgericht.

„Bei der Vorrangtafel hab’ ich nach rechts und links geschaut, den Radfahrer hab’ ich leider nicht gesehen“, erzählt der Angeklagte vor Gericht. Den Unfall bedauert er: „Für mich ist eine Welt zusammengebrochen.“
Schwer verletzt wurde der Radfahrer bei dem Crash. „Ich bin zur Trainingsfahrt gefahren und habe das Auto gesehen, der Fahrer hat angehalten. Dann hat sich das Fahrzeug plötzlich in Bewegung gesetzt“, erzählt der Scheibbser. Schnell sei der Radler unterwegs gewesen: „Mit 45 km/h, ich war in aerodynamischer Position.“ Bei dem Unfall erlitt der 31-Jährige einen Bruch des Schulterblattes sowie Hämatome. „Nach dem Unfall habe ich sofort nachgesehen, wie es dem Radler geht“, so der Alko-Lenker. Um Milde bittet dessen Verteidiger: „Er würde gern alles rückgängig machen, aber er kann es nicht.“

Ein „klares Signal“, will der Richter setzen. Er verurteilt den bislang unbescholtenen Angeklagten zu 2.000 Euro unbedingt verhängter Geldstrafe sowie sechs Monaten auf Bewährung. 5.000 Euro muss der 49-Jährige an das Opfer bezahlen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.