Schule blickt auf nächste Baustelle. Auf Michael Jungwirth folgt Wolfgang Pöhacker als Obmann. Mit Volksschul- Sanierung steht gleich ein großes Projekt an.

Von Anna Faltner. Erstellt am 19. Juni 2020 (03:10)
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Nach 20 Jahren als Obmann des Schulausschusses übergab Michael Jungwirth an VP-Ortschef Wolfgang Pöhacker.
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Nach 20 Jahren als Obmann trat Michael Jungwirth seinen Ruhestand im Schulverband Steinakirchen, Wang und Wolfpassing (Volks- und Neue Mittelschule) an. Die NÖN blickte mit dem ehemaligen VP-Gemeinderat zurück.

Grundsätzlich ist der Obmann des Schulausschusses verantwortlich für das Schulgebäude, dessen Erhaltung und Sanierung und somit auch für das Reinigungspersonal – nicht für Schüler und Lehrpersonal. Gleich zu Beginn seiner Ära stand die Generalsanierung der Neuen Mittelschule an. Über zwei Ferienperioden dauerten die Arbeiten an, rund 2,4 Millionen Euro investierten die drei Verbandsgemeinden in das Projekt.

„Sanierungsmaßnahmen gibt es aber laufend. Wir wurden an die Nahwärme angeschlossen, der Sportplatz wurde saniert, im Frühjahr wird normalerweise immer das Dach kontrolliert. Und wir haben mindestens zwei Sitzungen im Jahr. Im Herbst wird das Budget erstellt, im Frühjahr gibt es dann den Rechnungsabschluss“, erklärt der ehemalige Obmann.

„Da ein großes Projekt ansteht und ich mich da wirklich reinhängen will, habe ich mich zur Verfügung gestellt.“Obmann Wolfgang Pöhacker

Ein weiterer großer Brocken, ebenfalls mit Kosten von etwa 2,4 Millionen Euro, war der Zubau der Musikschule von 2009 bis 2010. Zwei Jahre Planung, zwei Jahre Bauzeit, und das in Zeiten der Finanzkrise. „Wir wussten kurz nicht, was wir tun sollen. Aber beide Gemeinden waren dafür, dass wir bauen. Und das haben wir sogar relativ günstig getan“, erzählt Jungwirth. Stolz ist er auch auf die Errichtung des Kultursaals in der Mittelschule, sowie die Nachmittagsbetreuung, die 2013 eingeführt wurde.

Zu tun gibt es aber nach wie vor genug. Das weiß auch Steinakirchens VP-Ortschef Wolfgang Pöhacker, der mit Ende Mai die Nachfolge als Schulausschuss-Obmann übernommen hat. „Ich konnte durch den Neubau des Feuerwehrhauses und des Kindergartens schon wichtige Erfahrungen sammeln. Da ein großes Projekt ansteht und ich mich da wirklich reinhängen will, habe ich mich zur Verfügung gestellt“, betont er. Damit spricht er die Erweiterung der Volksschule an. Eine Bedarfserhebung hat gezeigt, dass aufgrund starker Geburtenjahrgänge und Zuzügler (vor allem in Wolfpassing) zwölf – statt wie bisher neun – Klassen benötigt werden. Ab elf Klassen wird auch ein zweiter beziehungsweise ein größerer Turnsaal notwendig. „Welche Variante wir hier wählen, muss noch geklärt werden“, informiert Pöhacker.

Nach 40 Jahren ist ohnehin eine Komplettsanierung angedacht. „Wir denken auch über einen Verbindungstrakt, etwa einen unterirdischen Tunnel, zwischen Volks- und Mittelschule nach, um die Synergien zu nutzen. Wir müssen sowieso davon ausgehen, dass die beiden Schulen zukünftig mehr miteinander verschmelzen“, meint der frisch gewählte Schulausschuss-Obmann. Geplant sind im Rahmen der Komplettsanierung samt Zubau auch ein Lift und Multifunktionsräume für Workshops und kreatives Arbeiten. „Momentan gefällt uns die Idee am besten, die drei Klassen im hinteren Bereich der Volksschule oben aufzusetzen“, verrät Pöhacker. Die geschätzten Kosten belaufen sich aktuell auf vier bis fünf Millionen Euro.

Musikverein könnte in Schule integriert werden

Ebenfalls im Hinterkopf hat der Ortschef die Idee, auch die Blasmusik zu integrieren. „Es wäre technisch möglich, einen Probenraum über dem neuen Turnsaal zu errichten. Und es hätte den Vorteil, dass die Musikschule dort ist, und die Schule könnte den Probenraum ebenfalls mitnutzen“, sagt er. Eine Entscheidung über die genauen Details soll in den nächsten Monaten getroffen werden.