Wirte-Wechsel: „Wollen Tradition erhalten“. Während Lokal „Zum Gassl“ bald schließen soll, wird Gasthaus „Zum Grünen Baum“ neu eröffnet.

Von Anna Faltner und Christian Eplinger. Erstellt am 03. November 2018 (05:00)
Stecken noch in den Vorbereitungsarbeiten (von links): Andrea, Antal und Dora Nagy, Aurora Rabazki Hajualka, Stefan Moravecz sowie Ernst und Elisabeth Kellnreiter.
Anna Faltner

Das Gasthaus „Zum Grünen Baum“ war schon in den Händen vieler Wirtsleute. Von traditioneller, österreichischer Küche war in den letzten fünf Jahren allerdings wenig zu schmecken. Denn bis zum Frühjahr wurde das Lokal als Pizzeria „Verona“ geführt. Ein Insolvenzverfahren wurde, weil Betreiber Hasan Tokat zahlungsunfähig war, erst gar nicht eröffnet. Für die Besitzer des Hauses, Elisabeth und Ernst Kellnreiter, begann die Suche nach neuen Mietern – mit Erfolg.

"Wir helfen alle zusammen"

„Der ‚Grüne Baum‘ mit alter Tradition und Namen kehrt wieder nach Steinakirchen zurück“, kann Elisabeth Kellnreiter aufatmen. Die ungarische Unternehmerfamilie Nagy, die seit zwei Jahren in der Gemeinde lebt, stellt sich ab 1. November dieser Herausforderung. „Wir wollen die Ortstradition erhalten. Wichtig ist uns dabei die Qualität unserer Produkte. Alles wird frisch und selbst gemacht. Und wir helfen alle zusammen“, betonen Antal und Andrea Nagy. Auch Tochter Dora unterstützt im Service. Die Geschäftsführung übernimmt Aurora Rabazki Hajualka.

In der Küche ändert sich zwar der Menüplan, aber nicht der Koch. Stefan Moravecz peppt die Speisekarte mit österreichischen Klassikern wie Schnitzel und Tafelspitz, sowie ungarischen Spezialitäten wie Rindsgulasch mit Rotwein auf. Zusätzlich werden in der Küche auch Pizza, Pasta und Fischgerichte zubereitet.

„Der Speisesaal ist mit 70 Sitzplätzen auch für größere Feiern gerüstet, auch das Salettl gegenüber kann bei Bedarf verwendet werden“, erzählt Kellnreiter. Vor allem jetzt sei es für die Gemeinde ein wichtiger Zeitpunkt, ein altes Lokal wieder zu eröffnen. „Nachdem der Nachbar bald schließt, ist es wichtig, dass man im Ort vernünftig Essen gehen kann“, betont Kellnreiter.

Fußthaler hat bis auf Weiteres geöffnet

Im Nachbar-Restaurant „Zum Gassl“ stehen nämlich noch viele Fragen offen. Da gibt es zwar den offiziellen Gemeinderatsbeschluss mit der sofortigen Kündigung des Pachtvertrages der Gemeinde mit der Fußthaler Gastronomie GmbH. Vorerst führt die Familie Fußthaler den Betrieb aber nach wie vor weiter. „Wir haben derzeit das Restaurant ganz normal geöffnet und auch die nächsten Veranstaltungen wie der KJ-Ball am 3. November und die Letz-fetz-Party der Landjugend eine Woche später finden im Festsaal normal statt“, erklärt Gerhard Fußthaler auf NÖN-Anfrage.

Mit der Gemeinde hätte es die ersten Gespräche bezüglich der gesamten Abwicklung gegeben. Allerdings sei man noch auf keinen gemeinsamen Nenner gekommen. Auf der einen Seite stehen die Abgabenschulden der Fußthaler GmbH, auf der anderen Seite die Ablöse für die getätigten Investitionen wie unter anderem den Gastgarten. „Die Gemeinde hat jetzt einen Gutachter beauftragt, der das ganze schätzen soll. Danach werden wir weitersehen. Ich bin überzeugt, dass es eine außergerichtliche Lösung geben wird“, sagt Fußthaler.

Auch VP-Bürgermeister Wolfgang Pöhacker ist zuversichtlich. „Es hat sich leider etwas verzögert, da unser Anwalt krank war. Aber dieser hat jetzt die Sache in die Hand genommen und wir hoffen auf eine schnelle und unkomplizierte Abwicklung und Umsetzung des Gemeinderatsbeschlusses“, betont Pöhacker. Konkrete Nachfolge-Pacht- oder Kauf-Interessenten gäbe es ohnehin derzeit noch nicht. Weitere Veranstaltungen im Festssaal sollen, wenn Fußthaler draußen ist, mit einem Caterer durchgeführt werden.