Zu schnell im Ortszentrum: „Muss erst etwas passieren?“. Nur ein Jahr stand 30 km/h-Taferl im Ortszentrum. Nun wünschen sich Anrainer Tempo-Limit zurück.

Von Anna Faltner. Erstellt am 01. Oktober 2019 (03:23)
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Ursprünglich wollte die Marktgemeinde etwas Gutes für die Bevölkerung tun und für Verkehrsberuhigung im Ort sorgen. Im Rahmen des „Gemeinde21“-Prozesses wurde vor einem Jahr beim Kindergarten, im Bereich der Schulen sowie im Unteren Markt eine 30er-Zone verhängt. Immer wieder hagelte es dafür Kritik am Gemeindeamt. „Viele haben das Tempolimit als sinnlos empfunden. Wir haben großen Widerstand seitens der Bevölkerung erlebt“, berichtet VP-Bürgermeister Wolfgang Pöhacker.

30er-Aus sorgt auf Facebook für Diskussion

Vor Kurzem verschwand das 30er-Taferl, weil man den Kritikern entgegenkommen wollte. Und dafür muss sich Pöhacker nun erneut jede Menge Beschwerden anhören. Und zwar von denjenigen, die den 30er geschätzt haben. „Das ist wirklich eine Frechheit. Die 30 km/h-Beschränkung war sehr wohl sinnvoll, die Postbusse sowie viele Autolenker sind ohnehin durchgerast und so haben sie ihr Tempo zumindest ein bisschen reduziert“, meint eine Steinakirchnerin, die sich in der Vorwoche im NÖN-Büro gemeldet hat. Vor allem gehe es um die Sicherheit der Schulkinder, die im Unteren Markt unterwegs sind.

„Muss denn erst etwas passieren, damit für einen sicheren Schulweg gesorgt wird?“ Mit dieser Meinung ist sie nicht allein. In der Facebook-Gruppe „Leben in Steinakirchen“ ging in der Vorwoche ebenfalls die Post ab (siehe Zitatbox). Mehr als 40 Kommentare wurden bis zum Ende der Woche abgegeben. Die meisten Facebook-User sprachen sich für die Temporeduzierung aus. Verständnis für die plötzliche Umentscheidung haben sie keines.

„Da das Tempo fast nie eingehalten wurde und uns großer Widerstand entgegenkam, haben wir den 30er wieder aufgehoben.“Ortschef Wolfgang Pöhacker

Wie es zur 30er-Verordnung und dem Zurück zum 50er kam, will jetzt der Ortschef erklären: „Wir haben uns gemeinsam mit einem Verkehrssachverständigen Gedanken darüber gemacht, wo ein 30er sinnvoll wäre. Das war im Unteren Markt der Fall. Da das Tempo aber fast von niemandem eingehalten wurde und uns ein großer Widerstand seitens der Bevölkerung entgegenkam, haben wir erneut mit einem Experten Bemessungen durchgeführt und uns dafür entschieden, den 30er wieder aufzuheben.“

Der Grundgedanke vor einem Jahr sei der gewesen, für Verkehrsberuhigung im Ort zu sorgen. Nun habe man sich dem Willen der Mehrheit quasi ergeben. Für Sicherheit am Schulweg sei dennoch gesorgt: „Wir haben die Straßenbeleuchtung erneuert und die Schutzwege und Zebrastreifen sehr gut ausgeleuchtet. Wir wollten unseren Bürgern eigentlich nur etwas Gutes tun“, betont der Bürgermeister.

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