Blackout auch bei uns möglich: Ist der Bezirk Scheibbs vorbereitet?

Stromausfall für mehrere Tage: Wie gut wäre der Bezirk Scheibbs vorbereitet?

Erstellt am 03. November 2021 | 04:24
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Die Feuerwehr Wieselburg und das Rote Kreuz rücken zu einem Einsatz aus. Insbesondere bei einem Blackout wäre die Versorgung durch die Einsatzkräfte überlebensnotwendig.
Foto: Foto Presseteam/ BFKDO Scheibbs

Ein schwerer Fehler im europäischen Stromnetz und plötzlich gehen auch bei uns die Lichter aus. Über mehrere Tage keinen Strom zu haben, bedeutet keine Wasserversorgung, kein Licht, keine Aufzüge, keine Ampeln, keine Kasse, keine Lebensmittel-Kühlung und kein Tanken mehr. Wie gut die Region auf eine derartige Katastrophensituation vorbereitet wäre, ist derzeit auch in den Gemeinden großes Diskussionsthema.

„Wir arbeiten eng mit den lokalen Einsatzkräften zusammen, um auf den Ernstfall vorbereitet zu sein“, berichtet Gemeindebund Bezirksobmann Franz Aigner. Bei einem langfristigen Stromausfall stehen die Einsatzkräfte vor einer großen Herausforderung. Um überhaupt an den Einsatzort zu kommen, sind auch sie an Kraftstoff angewiesen, der an den Tankstellen durch die elektrischen Pumpen jedoch dann nicht erhältlich sind. „Für diesen Fall versorgt die Feuerwehr jene Tankstellen mit Notstromaggregaten, die selbst keine besitzen“, erklärt Bezirksfeuerwehrkommandant Franz Spendlhofer.

Auch das Rote Kreuz Bezirk Scheibbs rüstet sich, die Rettungsleitstelle sei laut Bezirkskommandanten Franz Aspalter auf Stromausfälle vorbereitet. „Es muss also niemand Angst haben, dass das Rote Kreuz nicht kommt, weil gerade der Strom ausgefallen ist“, beruhigt Aspalter.

Jedoch würde sich die Feuerwehr nur auf bestimmte Zeit selbst versorgen können, weiß Spendlhofer. Je länger das Blackout dauert, desto kritischer wird es. Das Rote Kreuz Bezirk Scheibbs berichtet Ähnliches: „Um eine Woche oder länger einsatzfähig zu bleiben, fehlen derzeit die finanziellen Mittel“, berichtet Aspalter. Er sieht dringenden Handlungsbedarf, es müsse „mehr in die Katastrophenvorsorge investiert werden, um für Black-Outs besser gerüstet zu sein“.

Kritische Infrastruktur wie das Krankenhaus in Scheibbs würde laut Aigner dank Notstromaggregat einige Tage auskommen. Einige Unternehmen sind vom Stromnetz unabhängig, vermutlich müssten jedoch viele den Betrieb bis auf Weiteres einstellen.

Bevölkerung muss für Notfall vorbereitet sein

„Im Privatbereich sind wir relativ schlecht aufgestellt“, sagt Aigner. Es fehle in vielen Haushalten an stromunabhängigen Alternativen zur Heizung. Der Zivilschutzverband Region Mostviertel hält deshalb bereits seit Jahren Informationskurse zum Thema Blackout. „Das Interesse an der Thematik steigt, unsere Kurse sind voll“, weiß Regionsleiter Franz Zehetgruber. Trotzdem sei bei Vielen das Wissen noch nicht ausreichend. Es werde beispielsweise oft vergessen, dass es auch zu einem Ausfall der Wasserversorgung kommen könnte. Der Zivilschutzverband empfiehlt deshalb jedem Haushalt eine Notfallausstattung.

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