Unterwegs mit der fliegenden Säge. Das Instandhalten der Stromleitungen ist Grundvoraussetzung für die Versorgungssicherheit in Niederösterreich. Dafür sind immer wieder spektakuläre Maßnahmen notwendig – so auch aktuell in Krems, Scheibbs und Amstetten. Ein Hubschrauber mit fliegender Säge unterstützt die EVN-Tochter Netz NÖ.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 01. April 2019 (10:46)
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Die fliegende Säge ist durch Alurohre mit dem Helikopter verbunden.
Daniela Matejschek

Die Arbeiten mit der „fliegenden Säge“ sollen die von Ästen und Bäumen verursachten Stromausfälle reduzieren. „Erst vor einigen Wochen haben wir erfahren müssen, welche Kraft von riesigen Schneemassen ausgehen kann“, so Sprecher Stefan Zach. „Durch das Freischneiden unserer Leitungen möchten wir Stromausfälle minimieren“.

Sägesystem vom Helikopter aus

Um eine Stromleitung von wuchernden Baumästen freizulegen, kommt derzeit ein Sägesystem zum Einsatz, das von einem Helikopter aus bedient wird. Sägesystem und Motor sind bis zu 60 Meter unter dem Helikopter an einer Stange befestigt. „In erster Linie brauchen wir den Helikopter in steilem, unwegsamem Gelände. Also überall dort, wo es nicht nur sehr zeit- und kostenintensiv wäre, die Trassen von Hand freizuschneiden, sondern auch gefährlich“, erklärt Zach.

Gewohntes Bild aus dem vergangenen Winter: Unter der Schneelast umgestürzte Bäume beschädigen Stromleitungen.
Netz NÖ

Befestigt an Alurohren

Aus der Distanz könnte man meinen, die Säge hänge an einem Seil. Doch in Wahrheit handelt es sich um ca. 8 Meter lange Alurohre, im Fachjargon „Sling“ genannt, die zusammengeschraubt sind. Dank dieses Systems kann einerseits die Arbeitslänge variabel auf bis maximal 60 Meter eingestellt werden, andererseits kann die 6 Meter lange Säge viel ruhiger geführt werden, auch bei windigen Verhältnissen. Im Inneren des Rohres befinden sich ein Steuerkabel, über das sich die Säge aus dem Cockpit bedienen lässt, sowie ein Drahtseil, das bei einem allfälligen Rohrbruch die Säge halten würde.

Schnell und günstig

Diese Methode ist schnell und günstig. „Im Durchschnitt entastet die Helikopter-Säge, sie hat eine Schnittfläche von 6 Meter, in einer Stunde den Baumbestand auf einer Länge von zirka 500 Meter. Ein weiterer, entscheidender Vorteil des Freischneidens per Helikopter ist außerdem die minimale Abschaltzeit des Leitungsnetzes", so Zach. Nach einem Schnitt bedürfen die Trassen für fünf bis zehn Jahre keiner weiteren Ausholzung. 

Insgesamt ist der Helikopter heuer auf einer Trassenlänge von rund 12 Kilometern im Einsatz.

  • Netz NÖ
    : Für den Transport und die Verteilung von Strom verfügt Netz NÖ in Niederösterreich über ein Leitungsnetz mit einer Gesamtlänge von rund 53.100 km Mittel- und Niederspannungsleitungen und ca. 1.406 km 110 kV Leitungen. Netz NÖ versorgt damit im Stromnetz rund 830.000 Kundenanlagen.