Purgstaller ist mit 48 neuer Vorstand bei „Baulöwen“. 48-jähriger gebürtiger Purgstaller Harald Gindl wird nach 20 Jahren im Unternehmen mit 1. April neuer Vorstand der Swietelsky AG.

Von Karin Katona. Erstellt am 17. März 2021 (18:31)
Der 48-jährige gebürtige Purgstaller Harald Gindl ist der neue designierte Vorstand der Swietelsky AG. Er soll mit 1. April Walter Pertl (62) in diesem Amt folgen.
Grünwald/Swietelsky, Grünwald/Swietelsky

NÖN: Sie sind seit mehr als 20 Jahren in einem international agierenden Bauunternehmen tätig. Haben Sie noch einen Bezug zu ihren Wurzeln?

Harald Gindl: Ja, natürlich, und sogar eine sehr starke Bindung, die mir auch sehr wichtig ist. Es gibt nach all den Jahren immer noch eine Freundesrunde, die sich jeden Samstagvormittag in Purgstall zum Stammtisch trifft. Zur Zeit leider nicht, aber nach Corona sicher wieder. Und meine Freizeit verbringe ich auch gern in der Region, beim Wandern, Skifahren und Radfahren.

„Ich habe eine starke Bindung zur Region, die für mich auch sehr wichtig ist.“ Harald Gindl, ab 1. April Vorstand der Swietelsky AG

Wie hat Ihr beruflicher Werdegang Sie zu Swietelsky geführt?

Meine berufliche Laufbahn in Buchhaltung und Rechnungswesen habe ich in Purgstall, bei der Firma Busatis begonnen, war dort sieben Jahre, dann einige Jahre Geschäftsleiter bei der Firma Willenpart, dann bei der Steuerberatung Gruber in Zelking. Seit 2000 bin ich bei der Swietelsky AG tätig.

Wie ging es dann für Sie bei Swietlsky weiter?

Ich bin seit 2007 Bereichsleiter für Rechnungswesen und Controlling, darunter auch das Beteiligungscontrolling für Tochterunternehmen im In- und Ausland. Ab 1. April trete ich die Nachfolge von Walter Pertl im Vorstand an.

Wie würden Sie im Nachhinein die Jahre vom Firmeneintritt bis jetzt beschreiben?

Ich war in einer höchst erfolgreichen Phase der Unternehmensgeschichte mit dabei, in der sich die Bauleistung der Firma Swietelsky von etwa 300 Millionen im Jahr im Jahr 2000 auf rund 3 Milliarden Euro verzehnfacht hat. Ich konnte durch meine Arbeit dazu beitragen, dass die betriebswirtschaftlichen Strukturen und Prozesse dieses Wachstum ermöglichen.

„Nur Geduld macht erfolgreich.“

Was war für Sie das Faszinierendste an Ihrem Job?

Mir hat besonders der internationale Bezug gefallen. Ich bin in die Firma gekommen, als Swietelsky in einige an Österreich angrenzende Staaten expandiert hat. Es war spannend, bei diesem Wachstum dabei zu sein, neue Märkte in anderen Ländern aufzubauen.

Das heißt, viele berufliche Aufenthalte im Ausland?

In den ersten Jahren waren das zwischen 40 und 60 Prozent meiner Arbeitszeit. Seit 2012 bin ich wieder hauptsächlich in Österreich. So ein Pensum schafft man natürlich mit der Unterstützung der Familie, wofür ich meiner Frau und meinen drei Kindern sehr dankbar bin.

Was muss man lernen, um im Ausland erfolgreich zu sein?

Nur Geduld macht erfolgreich. Darüberfahren bringt nichts. Man muss sich an den Führungsstil im Land des Geschäftspartners anpassen. Die Vorurteile sollte man besser daheim lassen. Offen sein, sich selber erst einmal zurückstellen bringt auf längere Sicht viel mehr. Viele, die das nicht beherzigen, kommen und gehen wieder.

Worauf freuen Sie sich in Ihrer neuen Tätigkeit besonders?

Darauf, aktiv aus der ersten Reihe mitzugestalten, und auf ein gutes Miteinander mit Mitarbeitern und Geschäftspartnern.

Wann sieht man Sie wieder in der Region?

Mein Wohnort Ybbs ist ja nicht weit weg. Und mein Elternhaus ist in Purgstall. Eine Wanderung in die Ötschergräben einmal im Jahr ist Pflicht. Und hoffentlich bald wieder beim Stammtisch in Purgstall.