Mehr Raum für Entfaltung im Gymnasium Wieselburg. Das Gymnasium Wieselburg präsentierte sich sehr überzeugend als Schule der Vielfalt.

Von Karin Maria Heigl. Erstellt am 23. November 2019 (15:35)
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„Die vor sieben Jahren eingeführte Modellklasse für besonders begabte Schüler wirkt sich positiv auf die gesamte Schule aus“, ist Direktorin Sigrid Fritsch überzeugt. Dem stimmen Schüler, Eltern und Lehrer zu. „Neue Unterrichtsmethoden machen auch vor anderen Klassen nicht Halt“, bestätigt Professor Leo Klauser, der die Weiterentwicklung mit Freude beobachtet. Das spezielle Angebot habe frischen Wind in die Schule gebracht. Mittlerweile haben die Direktorin und neun Kollegen aus dem Lehrerteam am BG/BRG Wieselburg eine Spezialausbildung für Begabtenförderung, zwei weitere absolvieren gerade den sogenannten ECHA-Lehrgang. Der Verein ECHA ist die wichtigste Anlaufstelle für die Förderung von Kindern mit hohen Begabungen, das ECHA-Zertifikat ist eine international gültige Zusatzqualifikation.

Toleranz und immer neue Methoden

Michaela Gutsjahr ist ECHA-Dozentin und Expertin in Sachen Begabtenförderung: „Wir sind international vernetzt, tauschen Erfahrungen aus und können so das System und die Methoden laufend weiterentwickeln. Die Modellklasse wird schulautonom geführt, dadurch ergeben sich Spielräume, die man ausloten und nützen kann. Das ist spannend – für Lehrer und Schüler. Und dieser Funke springt auf die anderen Klassen über.“

Dass das Angebot für begabte Schüler wichtig ist, steht auch für die Direktorin außer Frage: Kinder, die im Unterricht unterfordert sind, werden in Regelklassen schnell zu Außenseitern. Solche Schüler blühen in der Modellklasse oft auf. Warum das so ist, weiß Gutsjahr: „Sehr begabte Kinder brauchen deutlich weniger Zeit zum Üben, aber dafür oft mehr persönliche Betreuung – und darauf können wir in der Modellklasse gezielt eingehen.“ Direktorin Sigrid Fritsch ist darauf wirklich stolz: „Es gibt in ganz Niederösterreich nur eine weitere Schule, die so erfolgreich ein solches Schulmodell anbietet.“

Eine Sonderstellung innerhalb der Schule haben die Schüler der Modellklasse aber nicht. Das ist nur einer unserer drei Schulzweige“, betont die Direktorin. Generell wird der Umgang mit den Schülern im Gymnasium möglichst individuell gestaltet. Man versucht, auf die Persönlichkeiten einzugehen und setzt im Umgang miteinander auf mehr Toleranz und Verständnis als früher.

Das differenzierte Angebot an Talentekursen (Pull-Out-Kurse) und ein Oberstufenmodell mit Pluskursen ermöglichen den Schülern, sich individuelle Schwerpunkte zu schaffen.