Joising: Ein Messgerät statt 30er soll helfen. Anrainer aus Joising, die sich eine 30 km/h-Zone wünschen, werden vorerst mit einem Tempomessgerät vertröstet.

Von Anna Faltner. Erstellt am 26. Mai 2021 (13:54)
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Die Forderung einiger Anrainer aus Joising nach einer 30km/h-Geschwindigkeitsbegrenzung hält die Gemeinde auf Trab. „Dieses Thema hat auf vielen Seiten Emotionen erweckt und beschäftigt uns jetzt schon längere Zeit“, leitete ÖVP-Bürgermeister Erich Buxhofer bei der Sitzung am Donnerstagabend den dritten Tagesordnungspunkt ein.

Zur Erinnerung: Im Sommer des Vorjahres wandten sich Anrainer mit einem Schreiben samt Unterschriftenliste, auf der 31 Personen unterzeichnet haben, an die Gemeinde. Aufgrund der steigenden Bewohnerzahl im Ort, der verstärkten Frequenz von Radfahrern und Fußgängern (nicht nur aus der eigenen, sondern auch aus der Marktgemeinde) sowie eines verstärkten Verkehrsaufkommens aufgrund des Hundeabrichteplatzes sowie des Reiterhofs „Kroißbach“ forderten die Anrainer eine Lösung: die Reduzierung der Geschwindigkeitsgrenze von 50 auf 30 km/h.

Ein erster Schritt des Gemeinderates war das Einholen der verkehrstechnischen Stellungnahme eines Sachverständigen. Grundsätzlich sei eine Temporeduzierung zwar möglich, aber nicht unbedingt notwendig, da großteils ein Gehsteig vorhanden und das Straßenstück sehr lang sei. Im Falle einer neuen Verordnung wäre auch die Neufestsetzung des Ortsgebietes bei der Bezirkshauptmannschaft Scheibbs zu beantragen. Und das würde neue Pflichten für die Anrainer im Ortsgebiet mit sich bringen, vor allem betrifft das den Winterdienst.

„Dann war uns wichtig, alle zu befragen, die dort zuhause sind, und sie um ihre Stellungnahmen zu bitten“, führte Buxhofer aus. 14 Schreiben kamen retour, die am Donnerstag in der Gemeinderatssitzung verlesen wurden. „Natürlich gibt es ein Für und Dagegen in der Geschichte. Ich will nicht, dass da jetzt ein Nachbarschaftskonflikt entsteht. Die Meinungen gilt es anzuerkennen und zu respektieren“, betonte der Ortschef.

Das Ergebnis: Die Forderung nach der 30er-Zone findet kaum Zuspruch, denn die Straße sei gut einsehbar, breit genug, ausreichend beleuchtet und ein Gehsteig ist vorhanden. Einem Schreiben war auch eine Liste mit 44 Unterschriften angehängt. Statt der 30er-Reduzierung schlugen viele Anrainer vor, ein mobiles Geschwindigkeitsmessgerät anzubringen, um einzelne Raser wachzurütteln. „Wir haben uns auch darüber beraten und ich denke, das ist ein vernünftiger Ansatz. Man bekommt über dieses Gerät sehr detaillierte Ergebnisse und anhand dieser können wir uns ja noch weiter beraten“, stellte Buxhofer den Antrag auf den Ankauf eines Messgeräts.

Gemeinderat stimmte einstimmig für das Gerät

Dafür bekam er Zuspruch. „Wir müssen beachten, es stehen ja doch 30 Leute auf diesem Ansuchen, die sich nicht wohlfühlen, weil andere Leute zu schnell fahren. Mit dieser Lösung kann ich gut leben“, sagte Vizebürgermeister Herbert Leichtfried (ÖVP). Und auch die SPÖ-Fraktion pflichtete dem bei. „Wir als Gemeinde müssen uns um alle kümmern. So ein Gerät ist da eine gute Maßnahme. Und es gibt es auch andere Stellen, wo es Probleme gibt. Da kann das Gerät auch zum Einsatz kommen“, meinte SPÖ-Obfrau Susanne Schwingenschlögl.

Zu Wort meldete sich auch der Initiator des Ansuchens, Michael Kogler, der die Sitzung als Zuhörer verfolgte. Er wies darauf hin, dass sich die Anrainer und Einheimischen ohnehin zu 95 Prozent an den 50er halten. Vor allem seien es Paketzusteller und Lieferanten sowie die Personen, die den Hundeabrichte platz oder den Reiterhof besuchen, die zu schnell unterwegs sind. „Ich verstehe natürlich die Anrainer, die ihren 50er fahren wollen. Aber ich möchte da einfach eine Verkehrsberuhigung reinbringen. Da ist der 50er, auch wenn er eingehalten wird, immer noch zu viel“, sagt er. Trotzdem: Der einstimmige Beschluss fiel für das Messgerät.