Einzigartiges Forschungslabor im Entstehen. Bioenergy 2020+ errichtet ein einzigartiges Forschungslabor am tfz Wieselburg-Land.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 16. Februar 2019 (04:00)
Symbolbild: Bioenergy 2020+
Symbolbild: Bioenergy 2020+

Bioenergy 2020+ und die Stadtgemeinde Wieselburg positionieren sich einmal mehr als Vorreiter am Sektor erneuerbarer Energie. Unter der Leitung von Michael Stadler und Stefan Aigenbauer soll bis 2021 ein einzigartiges Forschungslabor am Technologie- und Forschungszentrum (tfz) in Wieselburg-Land entstehen.

„Die Energiewende in Richtung dezentrale Energieversorgung und der stetige Ausbau erneuerbarer Energieressourcen erfordern ein angepasstes Energienetz.Michael Stadler

„Die Energiewende in Richtung dezentrale Energieversorgung und der stetige Ausbau erneuerbarer Energieressourcen erfordern ein angepasstes Energienetz, das Strom, Wärme und Kälte umfasst und mit einem flexiblen, ausbau- und integrationsfähigen Regelungssystem ausgestattet ist“, erklärt Michael Stadler.

Dadurch sollen bestehende Energieversorgungssysteme ergänzt, Netze entlastet und die Notwendigkeit eines teuren Netzausbaues verringert werden. Weiterentwickelte Mikro-Netze (Microgrids) liefern zukünftig die Möglichkeit, erneuerbare Energieressourcen optimal zu nutzen, eine 100-prozentige dezentrale Energieversorgung zu erreichen, Probleme, wie durch die Schneesituation im heurigen Jänner, zu verhindern und Stromausfälle zu minimieren.

Ein absolutes Novum für Österreich

Derzeit gibt es keine Forschungseinrichtungen in Österreich, die solche Microgrid-Technologien unter Laborbedingungen ganzheitlich untersuchen können. Deshalb werden erstmalig Microgrids in einem realen Umfeld evaluiert und auf wissenschaftlicher Ebene unter Laborbedingungen weiterentwickelt. Projektinhalte sind die wissenschaftliche Planung und Inbetriebnahme des Microgrid Forschungslabors am Technopolstandort Wieselburg.

Das beinhalt, ein Monitoring der Strom-, Wärme- und Kälteverbraucher und -lieferanten (unter anderem Biomassekessel, Photovoltaik, Stromspeicher, E-Ladestationen, Absorptionskältemaschine), die Entwicklung von Testzyklen, die Weiterentwicklung der Steuerungs- und Optimierungsalgorithmen und Workshops zur Etablierung der Methodik in verschiedenen Wirtschaftszweigen. „Für Institutionen und Firmen wird das gewonnene Know-How für die Entwicklung innovativer Produkte und neuer Dienstleistungen zur Verfügung stehen“, ist Stadler von dem umfassenden Projektnutzen überzeugt.

Zusammenarbeit mit Gemeinden und FF

Bioenergy 2020+ agiert dabei als Projektträger. Die Projekt- und Kooperationspartner sind die Fachhochschule Wr. Neustadt Campus Wieselburg, die Stadtgemeinde Wieselburg, die Gemeinde Wieselburg-Land, der Bau.Energie.Umwelt Cluster Niederösterreich und das Technopolmanagement Wieselburg. Entscheidende Voraussetzung für das Projekt Microgrid Lab ist die Investition der Stadtgemeinde Wieselburg in eine Photovoltaikanlage sowie in einen elektrischen Speicher am Technopolstandort Wieselburg im Zuge des FF-Haus-Neubaus. Die FF verzichtet in diesem Zusammenhang gänzlich auf ein eigenes Heizsystem. Die Stadt lässt sich das 200.000 Euro kosten.

Das Microgrid Forschungslabor wird vom Land Niederösterreich durch FTI-Fördermittel teilweise finanziert und wird mit 2021 den Betrieb aufnehmen.