Der Kaspar spielt im neuen Stadl. Heimatbühne Reinsberg zieht mit diesjährigem Stück in den Stadler-Stadl ein.

Von Anna Faltner. Erstellt am 31. Juli 2019 (04:54)
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Den alten Holzstadl vom Gasthaus Stadler nutzt die Heimatbühne aktuell als Spielstätte für ihr aktuelles Stück „Der Brandner Kaspar und das ewig‘ Leben“. Ab 2020 wird der Stadl zum zentralen Lagerraum des Vereins umgebaut.
Anna Faltner

Eine enge Freundschaft und Zusammenarbeit verbindet die Heimatbühne Reinsberg und das Gasthaus Stadler schon lange. Ihre Requisiten, Kostüme und Kulissen hat die Heimatbühne an sechs verschiedenen Orten gelagert, auch im Holzstadl vom Gasthaus Stadler. Und das wird jetzt sogar zum Theaterstadl umgebaut.

„Wir haben uns schon lange ein zentrales Lager gewünscht, wo alle unsere Requisiten untergebracht sind. Bautechnisch haben wir aber in der Gemeinde bisher keine Lösung gefunden“, erzählt Heimatbühne-Obmann Karl Prüller. So ging die Suche weiter – und fand im Gasthaus Stadler ein Ende.

Bühne und Lagerraum für die Heimatbühne

Dort bot Wirt Markus Stadler an, dass die Heimatbühne seinen Stadl (direkt hinter dem Wirtshaus) verwenden, bespielen und auch umbauen kann. „Damit schlagen wir zwei Fliegen mit einer Klappe. Zum einen haben wir einen Lagerraum gefunden, zum anderen eine perfekte Location für unser aktuelles Stück: den Brandner Kaspar“, strahlt Prüller. Sofort ging es mit den Umbauarbeiten los, ein Teil des Daches wurde entfernt und eine Wand musste weichen.

Denn im, auf und rund um den Stadl wird die Geschichte des Brandner Kaspars erzählt. Die Tribüne mitten im Ortszentrum bietet auf mehreren Ebenen Platz für 300 Zuseher. Genau dort, also im Ortszentrum, gehört das „Theater im Dorf“ laut Prüller auch hin. „Wenn wir schon ein Kulturdorf sind, dann sollten wir es auch als solches nutzen und nicht nur die Burg und Veranstaltungsräume bespielen“, meint er.

„Wenn wir schon ein Kulturdorf sind, dann sollten wir es auch als solches nutzen und nicht nur die Burg bespielen.“Karl Prüller, Heimatbühne

Deswegen wird auch in den Theaterstadl investiert. Rund 100.000 Euro wird das Projekt, das 2020 mit dem Abriss des Stadls sowie der Sanierung des Erdkellers startet, kosten. Viel Eigenleistung und die Einnahmen aus den Theatervorstellungen sollen das über die nächsten Jahre finanzieren.

Erstmals bespielt wird der Stadl aber schon am kommenden Wochenende mit dem Stück „Der Brandner Kaspar und das ewig‘ Leben“. Kurz zum Inhalt: Bei einer Treibjagd wird der „Brandner Kaspar“ angeschossen und begegnet dem „Boanl-kramer“ (dem Tod). Dieser will ihn mitnehmen, doch durch eine List holt sich der Brandner Kaspar 18 weitere Lebensjahre heraus.

Erst mit 90 Jahren dürfe ihn der Tod holen. Er genießt das Leben in vollen Zügen – bis zu seinem 75. Geburtstag. Da stellt man ihm eine Falle – indem seine Enkelin „Marei“ in den Tod stürzt. Der „Brandner Kaspar“ lässt sich in seiner Trauer dazu überreden, einmal einen kurzen Blick ins Paradies zu werfen. Was dann passiert, zeigt sich bei der Premiere am Freitag.

Voll mit den Aufbauarbeiten für die Premiere am kommenden Freitag im neuen Theaterstadl beschäftigt: Obmann Karl Prüller und Franz Prüller.
Anna Faltner