Drama „Jägerstätter: Ein Stück, das berührt und betroffen macht

Das Ensemble Schauspiel Scheibbs feierte am Freitag mit dem Drama „Jägerstätter“ von Felix Mitterer Premiere.

Erstellt am 11. November 2021 | 04:45

Lautes Bravo, Standing Ovations, und wohl auch so manche im Dunkel heimlich vergossene Träne – das waren die Reaktionen des Publikums bei der Premiere des Dramas „Jägerstätter“ von Felix Mitterer, aufgeführt vom Schauspiel Scheibbs. Ungerührt verließ nach dem Stück über das Leben und Sterben von Österreichs berühmtestem Wehrdienstverweigerer wohl niemand den Saal des kultur.portals.

Bis in die Nebenrolle perfekt besetzt, fielen alle Darsteller, allen voran Kurt Tutschek als Franz Jägerstätter, Simone Klein als seine Gattin Franziska und Marianne Schragl als Mutter, durch intensives und authentisches Spiel auf. Geführt von Regisseur Georg Niederer, der zum ersten Mal mit dem Ensemble arbeitete, liefen die Schauspieler zur Höchstform auf, nahmen das Publikum von der ersten Minute an mit.

Der Stoff des Stücks ist kein leichter. Mitterer führt durch die verschiedenen Stadien des Lebens von Franz Jägerstätter – vom Wirtshausgeher und Raufbold bis zum biederen und streng gläubigen Familienvater. Als solchen erreichen ihn der Zweite Weltkrieg und die Einberufung zum Wehrdienst. Dessen Grundausbildung er zwar abdient, den Dienst an der Waffe jedoch verweigert. Und das konsequent, starrköpfig, im Bewusstsein, für sich das einzig Richtige zu tun und für seine Entscheidung, die Hinrichtung in Kauf zu nehmen. Ein Stück über Gehorsam sei „Jägerstätter“, sagt Regisseur Georg Niederer, wobei der Wehrdienstverweigerer durchaus nicht als Held davonkommt. Eher wie einer, der einfach bis zum Ende auf dem beharrt, wofür er sich entschieden hat.

„Ich kann allen nur zu dieser hervorragenden Leistung gratulieren"

Mit im Premieren-Publikum war auch Christina Meister, voll Stolz auf das Ensemble, das sie seit zehn Jahren aufgebaut und intensiv begleitet hat. Zum ersten Mal konnte sie heuer weder Regie führen noch auf der Bühne stehen. Sie sei beeindruckt, wie Georg Niederer mit dem Ensemble zusammengewachsen sei, sagte Meister, und: „Ich kann allen nur zu dieser hervorragenden Leistung gratulieren.“