Auf den Spuren eines heimischen Künstlers in Scheibbs. Stadtgemeinde, Stift Melk und die Arbeitsgemeinschaft Familienforschung zeigen Werke von Theodor Klotz-Dürrenbach.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 04. März 2020 (03:45)
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Das verschollen geglaubte Gemälde „Sommerzeit“ entdeckte der nunmehrige Hausbesitzer der Volksschule Kienberg, Johann Riegler (rechts), eher zufällig, was Franz Gloser bei den Vorbereitungen auf die Gedenkausstellung in Scheibbs anlässlich des 130. Geburtstages von Theodor Klotz-Dürrenbach buchstäblich ins Schwärmen brachte.
Hans Karner

Von 13. bis 28. März kann man im Scheibbser Rathaus das Künstlerleben von Theodor Klotz-Dürrenbach neu entdecken. Mit seinen Ölgemälden, Porträts, Aktzeichnungen, Holzschnitten sowie Aquarellen machte er sich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts einen Namen. Staatsaufträge und vor allem zahlreiche Privataufträge waren die Folge.

Theodor Klotz-Dürrenbach, geboren am 12. März 1890, würde heuer seinen 130. Geburtstag feiern und ist damit Jahrgangskollege von Egon Schiele. Seine Geburtsstätte war das damalige Volksschulgebäude von Oberamt am Dürrenbach gelegen (heute Gemeinde Gresten-Land). Sein Vater Josef war zu dieser Zeit Schulleiter mit Dienstwohnung im Schulgebäude. 1902 übersiedelte die Familie nach Kienberg, weil sein Vater an die Volksschule in Kienberg versetzt wurde.

„Warum ich male? Weil ich muss, weil ich es nicht unterlassen kann, eben so wenig wie der Spatz das Pfeifen.“ Dies meinte Theodor Klotz-Dürrenbach im Jahr 1955 anlässlich einer Ausstellung seiner Werke in der Österreichischen Staatsdruckerei in Wien.

„Bei uns im Amt würde uns keiner in Ruhe lassen. Daher suche ich Sie gleich in Ihrem Atelier auf.“So soll Leopold Figl 1955 seinen ersten Besuch bei Maler Theodor Klotz-Dürrenbach angekündigt haben.

Mit elf Jahren kam er in das Stiftsgymnasium nach Melk. Auch dort hat Stiftsarchivarin Dominika Kalteis viel Interessantes aus der Schulzeit von Theodor Klotz-Dürrenbach in Melk herausgefunden. Sein Zeichenlehrer Pater Benedikt erkannte bald das große Zeichentalent und der später bereits weltliche Lehrer Arnold Fritsch gab ihm den eindringlichen Rat, die Akademie der bildenden Künste in Wien zu absolvieren.

Die Akademie konnte er auch höchst erfolgreich abschließen. Von 1914 bis 1916 und ab 1928 übte Theodor Klotz-Dürrenbach den Lehrberuf als Kunsterzieher an Wiener Realgymnasien aus. Er wurde auch Mitglied der Wiener Secession und des Wiener Künstlerhauses. 1925 erhielt Klotz-Dürrenbach den Österreichischen Staatspreis. Seine Studienreisen und Ausstellungen führten ihn in die Niederlande, nach Schweden und Italien. 1955 malte er den damaligen Minister für Auswärtige Angelegenheiten – Leopold Figl. Vier Jahre später, am 7. Februar 1959, verstarb Theodor Klotz-Dürrenbach in Wien.

Bei den Vorbereitungen zur Gedenkausstellung zum 130. Geburtstag von Theodor Klotz-Dürrenbach machte der nunmehrige Besitzer der Volksschule Kienberg, Johann Riegler, eine sensationelle Entdeckung. Das verschollen geglaubte Gemälde „Sommerzeit“ erwarb Riegler mit anderen signierten Klotz-Werken eher zufällig. In Anlehnung an den „Kremser Schmied“ fügte Klotz-Dürrenbach beim Signieren seinen bürgerlichen Namen den „Dürrenbach“ an.