Königin der Instrumente. In feierlichem Rahmen wurde die 180 Jahre alte und nun frisch restaurierte Gatto-Orgel in Neubruck vergangenen Sonntag von Dechant Karl Hasengst gesegnet.

Von Andrea Panzenböck. Erstellt am 14. Mai 2015 (06:00)
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Trugen Wesentliches zur Renovierung der Töpperkapelle bei: Walter Reiter, Bürgermeisterin Christine Dünwald, Töpperkapelle Neubruck-Fördervereinsobmann Johann Schragl, die Mäzene Elisabeth und Helmut Welser, Landeshauptmann-Stellvertreter Wolfgang Sobotka sowie Nationalratsabgeordneter Andreas Hanger.

„Die Orgel ist an diesem besonderen Tag eine Art Sprecherin dafür, wie Friede und Gemeinsamkeit gelingen können“, predigte der Scheibbser Stadtpfarrer Dechant Karl Hasengst im Rahmen der Segnung der frisch restaurierten Gatto-Orgel in der Töpperkapelle, die vergangenen Sonntag im Beisein zahlreicher (Ehren-)Gäste stattfand.

Restaurierung in 1.1.50 Arbeitsstunden

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Die prunkvolle Orgel, die von der niederösterreichischen Orgelbauerfamilie Gatto erbaut worden war, hatte sich in den letzten 180 Jahren gegen die Feuchtigkeit durchgesetzt und konnte deshalb originalgetreu vom Haager Orgelbauer Johann Pieringer restauriert werden. In 1.150 Arbeitsstunden brachte Pieringer die insgesamt 381 Pfeifen wieder zum Klingen. Familie Welser und die Welser Profile Austria GmbH trugen die Finanzierung.


„Es freut mich außerordentlich, dass es gelungen ist, dieses wertvolle Kulturgut zu erhalten“, betonte Landeshauptmann-Stellvertreter Wolfgang Sobotka, der die Festrede hielt. Was die Orgel so besonders macht, ist die Tatsache, dass das Orgelwerk bis auf 39 Pfeifen, die bereits 1933 ausgetauscht wurden, komplett erhalten ist.

Um zu „beweisen“, dass die Königin der Instrumente nicht nur in neuem Glanz erstrahlt, sondern auch in alter Pracht erklingt, gaben Ines Schüttengruber (Orgel) und Judith McGregor (Bratsche) ein Konzert unter dem Titel „Viola & Orgel“.

Da in der Kapelle nur knapp 50 Personen Platz finden, jedoch weitaus mehr der Orgelweihe beiwohnten, wurde das Konzert mittels Fernseher und Lautsprechern auf den Kapellenvorplatz übertragen. „Dass so viele Besucher gekommen sind, ist ein Bekenntnis zur Heimat und zur Tradition und zeigt, dass die Renovierung wirklich der gesamten Region ein großes Anliegen war“, so Sobotka.

Schragl: "Macht Mut, das Projekt fertigzustellen"

Die Töpperkapelle wurde sprichwörtlich aus dem Dornröschenschlaf geweckt und ist nun der „gute Geist“, der über dem Standort Neubruck schwebt. „Natürlich steht noch einiges an Arbeit in der Töpperkapelle bevor, aber diese Orgelweihe ist ein Erlebnis, das uns Mut macht, das Projekt fertigzustellen“, meinte Fördervereinsobmann Johann Schragl.

Der Förderverein hat auch schon einige Ideen betreffend der Nutzung der Töpperkapelle – Andachten, Orgelkonzerte und diverse Veranstaltungen sollen das Baujuwel in Zukunft beleben.

Nach dem Konzert hatten die Besucher die Gelegenheit, neben der Orgel auch den durch die Übernahme von „Engel-Patenschaften“ konservierten Altar sowie die von Walter Reiter renovierten Holzschränke in der Sakristei zu besichtigen.