Reiter bringen Licht zur Johanneskapelle. Seit vielen Jahren ist es Brauch, dass die Pferdefreunde Gresten hoch zu Ross am Heiligen Abend das Friedenslicht zu Hauskapellen bringen – heuer zur Johanneskapelle.

Von Hans Karner. Erstellt am 23. Dezember 2017 (04:00)
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Martina und Cina Preitensteiner, Benjamin und Lukas Wieser, Kiara Preitensteiner, Vanessa Auer sowie Obfrau Ulli Wieser (von links) und Pony Blacky freuen sich auf den Ritt mit dem Friedenslicht.
Hans Karner

Wenige Tage vor dem Weihnachtsfest rücken durch einen schönen Brauch der Grestner Reitvereine alljährlich historisch interessante Hauskapellen in den Mittelpunkt des Interesses.

Die Reiter bringen am Heiligen Abend hoch zu Ross das Licht von Bethlehem zu den 15 Andachtsstätten, wo es von den Nachbarn abgeholt wird. Heuer – so haben es Obfrau Ulli Wieser und die Mitglieder der Pferdefreunde Gresten entschieden – ist die Johanneskapelle zwischen Gresten und Ybbsbach an der Reihe.

Die Johanneskapelle wurde 1728 aus der Stiftung des wohlhabenden Marktbürgers und Vorstehers der Eisen- und Provianthändler Sebastian Paul Kogler errichtet. Der böhmische Brückenpatron und Hüter des Beichtgeheimnisses, Johann Nepomuk, wurde 1393 in Prag von der Karlsbrücke in die Moldau geworfen. 1729 erfolgte dessen Heiligsprechung durch Papst Benedikt XIII.

Warum Johann Nepumuk, auch Johannes genannt, schon ein Jahr vorher zum Kapellenheiligen erhoben wurde, bleibt ein Rätsel. Im Bewusstsein der Grestner blieb aber, dass durch mehr als 250 Jahre vom Johannes weg katholische Priester die Toten abholten und auf ihrem letzten Weg in die Pfarrkirche und den Pfarrfriedhof begleiteten.