Der Weg des Schotters: Modernes Kieswerk in Purgstall

Erstellt am 22. Juni 2022 | 18:52
Lesezeit: 3 Min
Firma Traunfellner errichtete am Standort Purgstall um rund 8 Millionen Euro eine hochmodernes Kieswerk.
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Das alte Kieswerk in der Mitte des Standortes der Firma Traunfellner in der Hochrießerstraße, errichtet 1965, hat viele Jahrzehnte lang gute Dienste geliefert, so wie auch das „gelbe Krokodil“, wie die Mitarbeiter den Muldenkipper liebevoll nennen. Beide haben künftig mehr oder minder ausgedient. Denn seit April läuft das neue, am modernsten Stand der Technik befindliche Kieswerk im Probebetrieb – vollautomatisch, doppelt isoliert eingehaust und damit nicht nur trocken, sondern auch staub- und lärmreduzierend.

Der gesamte Materialtransport erfolgt nach der Anlieferung mit eingehausten oder unterirdischen Förderrinnen oder Förderbändern. Egal ob von der neuen Brecheranlage über die Siebanlagen zu einer der 17 großen oder sieben kleinen Fraktionsboxen oder von dort direkt zur Asphaltmischanlage oder der Lkw-Verladestation. Die Fraktionsboxen – die großen haben dabei ein Ausmaß von 16 Meter Länge, 6 Meter Breite und bis zu 10 Meter Höhe – sind überdacht, sodass das Material trocken bleibt.

„Wir trachten danach, dass unser Material trocken vom Berg kommt und auch bei uns trocken bleibt. Damit ersparen wir uns Trocknungsvorgänge und zusätzliche Energiekosten. Generell lautete für die neue Anlage unsere Prämisse einer möglichst ressourcenschonenden Aufbereitung – sprich die Umwelteinflüsse möglichst gering zu halten“, erläutert Geschäftsführer Christian Schager.

Eine 250 Meter lange unterirdische Tunnelanlage

Aber nicht nur vom Antransport zu den Fraktionsboxen, sondern auch die Weiterverarbeitung verläuft im Trockenen. Die gesamte Anlage ist rund 250 Meter lang untertunnelt. Nur drei 15 Meter hohe Notausgangsschächte durchbrechen die Tunnel.

„Ein ausgeklügeltes Fördersystem saugt von den Boxen genau die gewünschte Gesteinsmenge ab und transportiert sie am Förderband zur Weiterverarbeitung oder auch zu unserer Nachbrechstufe. Uns ist einfach wichtig, dass wir sämtliches Material verwerten können. Es soll nichts übrig bleiben. Mit der neuen Anlage haben wir dafür jede Menge Optionen und die besten Voraussetzungen“, sagt Schager. Die Grundüberlegungen für die neue Anlage kamen übrigens von den Mitarbeitern der Firma Traunfellner selbst. Erst in der Detailausführung griff man auf Anlagenbau-Experten zurück.

Insgesamt ist die neue Anlage auf eine Stundenleistung von 100 Tonnen ausgelegt. Bei rund 200 Arbeitstagen im Jahr kommt eine gewaltige Menge zusammen. „Unsere Hauptsaison ist natürlich im Sommer, wo auch schon früher begonnen wird. In den Übergangsmonaten sind die Betriebszeiten kürzer. Wir achten dabei aber aus Rücksicht auf die Anrainer, dass wir die Betriebszeiten nicht bis zum letzten Punkt ausnützen“, erklärt Betriebsleiter Christian Wagner.

Für die neue Anlage selbst ist zwar nur ein Mitarbeiter notwendig, aber mit dieser Anlage sichert die Firma Traunfellner auch ihre rund 400 Arbeitsplätze in der Region ab.

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