Spar Wieselburg: Zukunft ist gesichert. Aufatmen in der Region: Trotz der Insolvenz der Bauer EKZ GmbH in Wieselburg wird Eurosparmarkt im City Center weitergeführt. Auch die 36 Mitarbeiter behalten ihren Job.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 07. September 2021 (19:11)
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Über die Bauer EKZ Gmbh, die im Wieselburger City Center den Eurosparmarkt betreibt, wurde in der Vorwoche das Konkursverfahren eröffnet. Der Sparmarkt soll aber auf alle Fälle fortgeführt werden.
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Die Meldung sorgte am Dienstag der Vorwoche für betroffene Gesichter. Über das Vermögen der Bauer EKZ GmbH in Wieselburg wurde mit 31. August am Landesgericht St. Pölten das Konkursverfahren eröffnet. „Über Eigenantrag“, informierte Karl Quender vom Österreichischen Verband Creditreform.

Menschliches Drama als Hintergrund

37 Dienstnehmer und nach einer ersten Abschätzung rund 25 Gläubiger seien von der Insolvenz des 2003 gegründeten Unternehmens betroffen, hieß es dort weiter. „Es ist beabsichtigt, dass ein anderer Betreiber den Markt in Zukunft weiterführen soll“, vermeldete Karl Quendler. Zum Masseverwalter wurde der Ybbser Rechtsanwalt Franz Hofbauer bestellt. Die erste Berichts und Prüfungstagsatzung für den 19. Oktober anberaumt. Soweit die Fakten.

Denn hinter dieser Insolvenz des fast 2.000 m 2 großen Leitbetriebes im City Center Wieselburg steckt aber viel mehr ein menschliches Drama als ein wirtschaftliches. Denn zum einen sei die wirtschaftliche Situation der GmbH nicht so schlecht, wie Steuerberater Martin Johann Ressl im NÖN-Gespräch erklärte, der seit über einem Jahr gemeinsam mit Manfred Glösmann vom Gericht als Geschäftsführer eingesetzt war.

1. Mai 2020: Ein Unfall veränderte alles

Denn am 1. Mai des Vorjahres hatte der eigentliche Geschäftsführer Moritz Neuhauser (27) einen schweren Autounfall, der dessen Leben abrupt veränderte. „Moritz ist zwar gesundheitlich mittlerweile stabil und absolviert weiterhin Reha-Programme, aber an eine Rückkehr in die Geschäftsführung, die er ja erst von seiner Mutter mit Jahresbeginn 2020 übernommen hatte, ist – so schwer ihm das auch fällt – nicht mehr zu denken“, erklärte Ressl.

Die Überschuldung selbst betreffe vor allem Rücklagen für Jubiläumszahlungen und Abfertigungen für Mitarbeiter nach dem alten Abfertigungsmodell. „Die Überschuldung ist eigentlich nur rein buchungsmäßig. Umsatzmäßig läuft der Eurosparmarkt weiterhin sehr gut. Der Schritt ist aber unter den gegebenen Umständen unumgänglich geworden“, sagt Martin Johann Ressl.

Für die Mitarbeiter hätte man so fair als möglich nach Lösungen gesucht. Von den 37 Dienstnehmern war bis Freitag auch nur eine ausgeschieden. Die übrigen 36 behalten (vorerst) ihren Job. „Der Eurospar in Wieselburg wird ohne Unterbrechung weitergeführt. Für unsere Kunden ändert sich nichts. Auch für das Team wird sich nichts ändern – es werden keine Arbeitsplätze verloren gehen. Wir als Spar wünschen uns wieder einen selbstständigen Einzelhändler als Betreiber – die Suche läuft auf Hochtouren!“, erklärt Spar-Pressesprecher Hannes Glavanovits auf NÖN-Anfrage.