Lärmschutzwand gefordert: „Wollen nicht übrig bleiben“. Bewohner von Fohra fordern Lärmschutzwand. Nächste Woche gibt es Gespräch mit Projektverantwortlichen.

Von Christian Eplinger und Claudia Christ. Erstellt am 29. Juli 2020 (04:15)

Während die Bauarbeiten bei der Umfahrung Wieselburg auch nach dem Brückeneinsturz (siehe Bericht unten) weiter voranschreiten, kommt jetzt ein Aufschrei der Bewohner des Petzenkirchner Ortsteils Fohra, der rund 500 Meter von der künftigen Umfahrungsstraße entfernt ist. „Wir haben mit Entsetzen festgestellt, dass ausgerechnet im Bereich unseres Siedlungsgebietes auf rund 600 Meter nLänge keine Lärmschutzwand vorgesehen ist. Das Fehlen einer Lärmschutzwand auf unserer Seite würde zu einer gewaltigen Lärm- und Feinstaubbelastung führen und somit die Lebensqualität der Bewohner unserer 14 Häuser massiv beeinträchtigen“, erklärt Johann Übelbacher, der als Sprecher des Siedlungsgebietes agiert.

Er hat auch eine Unterschriftenliste ins Leben gerufen und mit den Gemeinden und dem Land Kontakt aufgenommen. „Wir sind keine Gegner der Umfahrung und bedauern auch den Vorfall mit der Brücke, der ja quasi direkt vor unseren Augen passiert ist, aber wir wollen nicht übrig bleiben. Überall entlang der Umfahrung gibt es in der Nähe von Siedlungsgebieten Lärmschutzmaßnahmen, nur bei uns nicht. Wieso konnte uns bisher keiner logisch erklären. Gerade in Anbetracht, dass bei uns auch viele ältere Personen leben, sollte man hier Maßnahmen setzen“, sagt Übelbacher.

Für Montag, 3. August, gibt es nun eine Besprechung mit den Projektverantwortlichen des Landes. Diese wollten dem Zusammentreffen nicht vorkommen und gaben sich auf NÖN-Anfrage bedeckt. „Wir bitten um Verständnis, dass wir vor der Information der Gemeinden und Anrainer derzeit keine Auskunft geben können“, teilt der Pressereferent vom NÖ Straßendienst, Gerhard Fichtinger, mit.

Petzenkirchens SP-Bürgermeisterin Lisbeth Kern steht grundsätzlich hinter ihren Bewohnern und sicherte ihnen – so wie auch Wieselburgs SP-Bürgermeister Josef Leitner und Berglands Ortschef Walter Wieseneder – ihre Unterstützung zu. Sie hofft, bei der Besprechung mit dem Land eine positive Lösung für die Bewohner zu erreichen. „Es wäre auch ein wichtiger Schritt, um bei den Betroffenen die Akzeptanz für die Umfahrung zu erhöhen“, betont Kern. Aktuell werde unter anderem bereits eine Lärmmessung durchgeführt. Nur hat die für die Anrainer wenig Aussagekraft. „Die aktuelle Straße ist mehr als 750 Meter weit weg von uns. Diese Ergebnisse werden daher wenig aussagekräftig sein“, befürchtet Übelbacher.