Schottergrube kommt nicht. Geplanter Schotterabbau in Mühling kommt nicht. Antrag zurückgezogen.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 02. April 2019 (05:01)
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Felder in Mühling zwischen der neuen Umfahrungstrasse (links) und der Großen Erlauf (unmittelbar hinter der Baumreihe)
Eplinger

Die vielen Schottertransporte gehen bis zum Ende der Umfahrungsbaustelle munter weiter. Das ist seit der Vorwoche fix. Denn die ARGE Erdbau B25 Umfahrung Wieselburg hat den Antrag bei der UVP-Behörde auf einen Abbau direkt bei der Umfahrung auf einer Fläche von 5,5 Hektar in Mühling zurückgezogen.

„Trotz großen Bemühens durch das Amt der NÖ Landesregierung, die Bauunternehmung und die Gemeinde Wieselburg Land konnte das Projekt aufgrund massiver Einwände durch einige Anrainer der Lagergasse nicht bis Ende März 2019 mittels rechtsgültigen UVP-Änderungsbescheids realisiert werden“, heißt es in einer offiziellen Stellungnahme des NÖ Landesstraßendienstes.

„Es hat mehrere Besprechungen zwischen allen Beteiligten und den Anrainern gegeben, aber man fand keinen gemeinsamen Nenner. Damit hätte sich ein UVP-Verfahren sicher in die Länge gezogen“, erläutert Wolfgang Leitgöb, Gesamtprojektleiter der Umfahrung seitens des Landes, gegenüber der NÖN.

„Einem Abbau nur für die Umfahrung hätten wir zugestimmt. Aber durch den Vertrag mit der Gemeinde ist die Abbaudauer auf mindestens fünf Jahre gestiegen. Das ist für uns nicht zumutbar.“Markus Scharner, Anrainer

Und genau Zeit ist es, die was Baufirmen nicht haben. Bis spätestens Anfang November 2019 müssen die Dammschüttarbeiten abgeschlossen werden. Bis zum jetzigen Zeitpunkt wurden rund 300.000 m³ Schüttmaterial auf die Umfahrungsbaustelle geliefert. Die restlichen Mengen der erforderlichen Schüttmaterialien (340.000 m³) und Oberbaumaterialien (100.000 m³) sollten direkt aus dieser Schottergrube in Mühling kommen. Nun wird das noch benötigte Material weiterhin aus den Schottergruben und Steinbrüchen der Region angeliefert, aus Norden, Osten und Süden.

„Natürlich sind wir mit dieser Lösung sehr zufrieden“, freut sich Anrainersprecher Markus Scharner. Wobei er betont: „Dem befristeten Schotterabbau nur für die Umfahrung hätten wir zugestimmt. Allerdings haben die Betreiber gemeinsam mit der Gemeinde Wieselburg-Land einen Vertrag abgeschlossen, der einen möglichen Abbau über die Umfahrungsbaustelle hinaus vorsieht. Damit wäre das eine ganz normale Schottergrube geworden – und das mit Ausnahmegenehmigung der Gemeinde in nur 100 Metern Entfernung von den nächsten Siedlungshäusern“, erklärt Scharner. Er hat in der Vorwoche an die Gemeinde Wieselburg-Land einen Antrag gestellt, diese Ausnahmegenehmigung aufgrund der geänderten Situation zu widerrufen.

VP-Bürgermeister Karl Gerstl wollte dem Gemeinderat da nicht vorgreifen: „Wir werden das Schreiben in einer der nächsten Sitzungen behandeln“, sagt Gerstl, der nun aufgrund des weiterhin starken Lkw-Verkehrs Anrainerbeschwerden von anderen Ortsteilen befürchtet.