Theatersommer Wolfpassing: Das Ein-mal-Eins der Intrigenkunde

Erstellt am 08. August 2022 | 10:20
Lesezeit: 5 Min
Ein fulminantes Ensemble sorgt samt launiger Regieeinfälle und perfekt abgestimmter Musikeinlagen für tolle Theaterabende beim Theatersommer Schloss Wolfpassing. Am Freitag feierte Turrinis Komödie "Der tollste Tag" eine umjubelte Premiere.
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„Superb, Superb“ singt nicht nur Graf Almaviva (Daniel Pascal), als ihm seine Intrigantin Bazillus (Lisa-Marie Bachlechner) wieder eine neue Intrige schmackhaft macht, wie er doch das von ihm eigentlich aufgehobene „Recht der ersten Nacht“ mit Zofe Susanne (Valerie Anna Gruber) doch noch durchsetzen könnte.

„Superb, Superb“ ist aber auch die Meinung des Publikums über die gelungene Inszenierung von Peter Turrinis Komödie „Der tollste Tag“ beim zweiten Theatersommer Schloss Wolfpassing. Intendantin Christina Meister-Sedlinger, die selbst ebenfalls wieder auf der Bühne als Gräfin Almaviva zu sehen ist, und ihr Team rund um Produktionsleiter Martin Sedlinger haben sich auch im zweiten Spieljahr in Wolfpassing extrem ins Zeug gelegt, um dem Publikum einen sehr unterhaltsamen aber auch hochkarätigen Theaterabend zu unterbreiten.

Selbst wenn einige Packungen der cremfärbigen Moltontücher, die den Hall in der Schlossarena schlucken sollen, noch mit der Post auf Irrwegen unterwegs sind, so sind die teils schwarzen Moltons das einzige „Manko“. Die Inszenierung selbst extrem engagiert und kann rundherum als gelungen bezeichnet werden.

Hauptverantwortlich dafür ist Regisseur Daniel Pascal, der akribisch mit seinem Ensemble die Szenen einstudiert hat und dabei viele aktuelle Bezugspunkte und Thematiken (Ibiza, Strache, Sobotka, Justicia elastika – so macht Regieren Spaß, ...) zumindest andeutungsweise mitaufgreift. Genauso hervorgehoben gehört aber die Leistung des gesamten Ensembles, das auf sehr hohem Niveau agiert – allen voran Valeria Anna Gruber als Zofe Susanne und Johannes Schmid als Figaro. Die Lacher und dank seines Auftrittes mit String-Tanga einige Jubelschreie auf seiner Seite hat auch Michael Hinterhauser als Diener Cherubin.

Turrinis „Der tollste Tag“ ist in Wolfpassing aber nicht bloß ein Theaterstück – auch die Musik und die Gesangsstücke tragen wesentlich zur launigen Aufführung bei. Dafür zeigt sich das „Traumfängerduo“ (Christina Gaismaier und Christoph Rabl) verantwortlich. Sie spielen nicht nur live, sondern sorgten auch für alle Kompositionen im Stück, wobei man mitunter auf bekannte Nummer von Joe Cocker („You can leave your hat on“) oder Melodien aus Mozarts „Figaros Hochzeit“ zurückgreift.

Alles in allem: Absolut sehenswert. Gespielt wird das Stück noch bis 20. August. Dazu gibt es auch noch zwei Zusatzveranstaltungen. Am Mittwoch, 10. August, sind Teilzeitdivas in ihrem Programm „Blind Date mit Bruce Will-Es" (19.30 Uhr) im Schloss zu Gast. Und am Samstag, 13. August, gestaltet Kinderliedermacher Bernhard Fibich das Mitmachkonzert für Kinder  "Gschamster Diener" (Beginn 15 Uhr).

Infos und Karten: www.theatersommer-wolfpassing.at

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