Hotels im Bezirk Scheibbs: „Man kann nichts planen“. Leere Zimmer, leere Veranstaltungsräume: Die Hotels der Region trifft die Corona-Krise schwer. Wann es wieder losgehen kann, ist schwer abzuschätzen.

Von Karin Katona und Claudia Christ. Erstellt am 26. Februar 2021 (05:07)
Veranstaltungen machen im Mostlandhof in Purgstall 70 Prozent des Umsatzes aus. Bald will man hier wieder Gäste sehen.
privat

Seit dem Wochenende gibt es einen Hoffnungsschimmer für die Hotellerie, erste Öffnungsschritte. Leere Hotelbetten könnten vielleicht doch noch im März belegt sein.

Leere Betten und geringe Auslastung gab es durch die fehlenden Touristen in den Wintermonaten im „I’m Inn Wieselburg“ schon immer. „In diesem Jahr ist die Situation natürlich noch einmal verschärft, denn es fallen auch Weihnachtsfeiern, Messeveranstaltungen und Seminare weg“, heißt es von der Pressestelle der IPP-Hotels.

Das Geschäft konzentriere sich auf Nächtigungen von systemerhaltenden Personen von Montag bis Donnerstag und liegt bei rund 25 Prozent Zimmerauslastung im Monat. „Alle unsere Mitarbeiter sind aktuell in Kurzarbeit“, heißt es weiter.

Ein „Reintesten“ der Gäste wäre für das Wieselburger Hotel erst sinnvoll, wenn touristische Nächtigungen sowie Hochzeitsfeiern und Events wieder erlaubt sind. „Wir legen seit Beginn der Verordnungen großen Wert auf die Einhaltung der Regelungen und verstärkte Reinigung.

„Keinen Betrieb kann man von null auf hundert starten.“ Elisabeth Selner, Mostlandhof Purgstall

Im komplett renovierten Hotel Ensmann in Lassing wartet Hausherrin Daniela Kronsteiner sehnsüchtig darauf, dass es endlich losgeht. Die Wiedereröffnung des 18-Zimmer-Hauses wäre eigentlich für 1. Dezember geplant gewesen. Jetzt fehlt es an Gästen.

Und auch die personellen Probleme machen Kronsteiner Kopfzerbrechen: „Mein Sohn, der im Service tätig ist, ist seit Herbst beim AMS gemeldet. Mein Küchengehilfe ist schon abgesprungen und hat sich einen neuen Job gesucht und ob mein zweiter Kellner, der bereits seit acht Jahren bei uns arbeitet, noch lange ohne Job sein kann, ist völlig ungewiss.“

Bis das Hotel Ensmann wieder aufsperren darf, steht nun die Chefin gemeinsam mit ihrer Mutter täglich in der Küche und kocht Essen aus. „Das machen wir aber nur als reine Beschäftigungstherapie, einfach, damit wir etwas zu tun haben. Finanziell hilft uns das nicht weiter“, meint sie.

Die ungewisse Zukunft der Gastronomie macht auch Elisabeth Selner, Chefin des Purgstaller Mostlandhofs, zu schaffen. Etwa 70 Prozent des Gesamtumsatzes entfallen im Mostlandhof auf Veranstaltungen, von der Taufe über Feiern, Versammlungen und Seminare bis hin zur Hochzeit. „Die Planungsunsicherheit ist das Schlimmste“, sagt Selner. „Man kann immer nur ahnen und hoffen, aber etwas fix einplanen, ist unmöglich. Dadurch geht auch viel Geld verloren, weil man einen Betrieb weder von einem Tag auf den anderen zudrehen noch von null auf hundert wieder starten kann.“

Seit Sommer 2020 hat der Mostlandhof an der Initiative „Sichere Gastwirtschaft“ teilgenommen. Alle Mitarbeiter haben einmal pro Woche einen PCR-Test gemacht. „Wir werden auch in Zukunft tun, was wir können. Wir wollen einfach nur wieder unsere Gäste sehen.“

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