Facebook-Wandergruppe: Gründerin Jerabek im Interview. Claudia Jerabek gründete die Facebook-Wandergruppe „unserMost4tel“. An die 8.500 Gleichgesinnte gibt es schon.

Von Karin Katona. Erstellt am 29. April 2021 (05:17)
Claudia Jerabek hat 2019 versucht, mit ihrer Facebook-Gruppe „unserMost4el“ gleichgesinnte Wanderer und Naturfreunde zu finden. Mittlerweile hat die Gruppe 8.500 Mitglieder und 400 Einträge pro Woche. „Gepostet wird alles, was uns am Mostviertel gefällt“, sagt die Purgstallerin.
privat

NÖN: Wann und wie ist die Facebook-Gruppe „unserMost4tel“ entstanden?

Claudia Jerabek: Im November 2019, beim Frühstück. Nach schier endlosem Scrollen, wo ich denn in der Nähe wandern gehen könnte.

Haben Sie Inspiration gesucht?

Jerabek: Lunzersee, Trefflingfall, Maiszinken, Ötschergräben – all diese Wanderungen sind wunderschön, aber man kennt sie eben schon. Es gibt zwar viele Tourenbeschreibungen im Netz, aber meist ohne persönliche Erfahrungen, Eindrücke und Fotos von der Umgebung. Ich habe gehofft, Gleichgesinnte zu finden, die dasselbe wollen wie ich.

Und die haben Sie gefunden?

Jerabek: Ich war überwältigt von den Rückmeldungen. Mittlerweile hat die Gruppe bald 8.500 Mitglieder.

Was wird von den Mitgliedern am meisten gepostet?

Jerabek: Wie gesagt, „unser Most4tel“ ist mehr als eine Wandergruppe. Mehr als alles andere zählt das persönliche Erlebnis. Auch das Lieblingsplatzerl am See, der Sonnenuntergang vom Balkon, die Schneerosen im Garten, alles, was uns an unserer Heimat gefällt, wird gepostet. Weil wir alle stolz darauf sind, Mostviertler zu sein. Wöchentlich werden an die 400 Beiträge gepostet.

Claudia Jerabek hat 2019 versucht, mit ihrer Facebook-Gruppe „unserMost4el“ gleichgesinnte Wanderer und Naturfreunde zu finden. Mittlerweile hat die Gruppe 8.500 Mitglieder und 400 Einträge pro Woche. „Gepostet wird alles, was uns am Mostviertel gefällt“, sagt die Purgstallerin.
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Werden da auch Tipps gegeben?

Jerabek: Der Vorteil der Gruppe ist, dass man direkt nachfragen kann: Ist die Tour kindertauglich? Wie kann man da mit dem Hund gehen? Alle diese Fragen werden meist beantwortet.

Wie oft sind Sie selbst in der Natur unterwegs?

Jerabek: Etwa drei Mal die Woche. Wobei das nicht immer große Wanderungen sein müssen. Nach der Arbeit gehe ich oft einfach nur kurz hinaus. Ich sage immer, wenn ich Wanderschuhe anziehe und aus der Haustür raus gehe, ist das Wandern. Egal wie weit, wie lange und wie viele Höhenmeter.

Wie weit sind die Wege im Durchschnitt?

Jerabek: Ganz unterschiedlich, meistens so 12 bis 13 Kilometer. Wobei ich mich gern verlaufe und dabei etwas Neues entdecke. Ich nehme mir immer viel Zeit, schaue und mache Fotos. Eine vergleichsweise kurze Strecke kann also länger dauern.

Ist Wandern in der Heimat in der Corona-Zeit wichtiger geworden?

Jerabek: Ich habe die Gruppe vor Corona gegründet, weil ich meine Heimat mehr kennenlernen wollte. Aber es ist natürlich besonders jetzt für viele so, dass sie die Heimat mehr schätzen lernen und ihre Eindrücke auch mit anderen teilen. Nach dem Motto: Schaut‘s her, wo ich war.

Und haben Sie auch ein persönliches Motto?

Jerabek: Ja. Verbringe täglich eine Stunde in der Natur. Hast du keine Zeit dazu, dann zwei!