Wieselburger: „Bin mehr oder weniger schuldig“. Für seinen zweijährigen Sohn zahlte ein Wieselburger nur sporadisch Unterhalt.

Von Karin Katona. Erstellt am 15. Februar 2020 (04:45)
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Wegen Arbeitslosigkeit und daraus resultierender psychischer Probleme blieb ein Wieselburger über lange Zeiträume den Unterhalt für seinen zweijährigen Sohn schuldig – was ihn jetzt vor Bezirksrichter Oliver Baumschlager brachte. Der ihm als erstes die Frage stellte, ob er sich schuldig bekenne.

„Mehr oder weniger schon“, antwortete der Angeklagte. „Ich habe einen Antrag auf Herabsetzung gestellt, aber der ist nicht bewilligt worden. Und ich habe keine Arbeit gefunden und war nervlich fertig.“

Auf diese Weise kam ein Unterhalts-Schuldenberg von 5.800 Euro zusammen, den der Säumige jetzt – zusätzlich zu den laufenden Unterhaltszahlungen von 260 Euro im Monat – abtragen muss.

Die letzte Chance, sonst droht das Gefängnis

„Der Staat muss einspringen, damit Ihr Kind zu seinem Recht kommt. Stellen Sie sich das aus der Perspektive Ihres Sohnes vor“, appellierte der Richter an den Angeklagten. „Das ist Ihre letzte Chance, es in Ordnung zu bringen. Beim nächsten Mal gibt es Gefängnis.“ Im Vordergrund stehe das Kind: „Wenn es darum geht, einem Kind Unterhalt zu zahlen, dann darf keine Arbeit zu gering sein.“