Worthington: Drei Tage Urlaub für Noteinsätze. Worthington belohnt Freiwilligkeit.

Von Claudia Christ. Erstellt am 12. Februar 2019 (05:00)
Christ
Betriebsleiter Günther Ehrgott (von links), Abschnittsfeuerwehrkommandant BTF Worthington Cylinders Kienberg Peter Holzknecht, General Manager Timo Snoeren, Bezirksfeuerwehrkommandant Franz Spendlhofer und Gamings Bürgermeisterin Nationalratsabgeordnete Renate Gruber. Christ

3.000 Helfer, der Großteil davon Freiwillige, waren im Jänner bei der Schneekatastrophe in der Region im Einsatz. Dafür mussten viele von ihnen wertvolle Urlaubstage opfern. Denn im Gegensatz zu öffentlichen Betrieben, die ihren Angestellten für den Freiwilligeneinsatz zusätzliche Tage frei gewähren, werden in privaten Unternehmen die Einsatztage immer noch vom Urlaubskonto abgebucht. Worthington Industries in Kienberg nimmt hier, wie in vielen Bereichen eine Vorreiterrolle ein.

„Das freiwillige Engagement ist Teil unserer Kultur." General Manager Timo Snoeren

Das Industrieunternehmen, das im Vorjahr bereits zum elften mal von „Great Place to Work“ als Top-Arbeitgeber prämiert wurde, setzt nun erneut ein Statement und belohnt seine Mitarbeiter, die sich bei Rettungsorganisationen wie Feuerwehr, Bergrettung und Rotes Kreuz engagieren, mit zusätzlichen drei Tagen mehr Freizeit. „Das freiwillige Engagement ist Teil unserer Kultur. Wir sind stolz, dass Worthington Industries die Bemühungen anführt, diese Tradition am Leben zu erhalten“, erläutert General Manager Timo Snoeren.

Mit dieser Unternehmenspolitik setzt das in Kienberg ansässige Unternehmen ein klares Zeichen für die Unterstützung des Dienstes an der Allgemeinheit. Denn Worthington ist der erste Arbeitgeber in der Region, der diese Art der Unternehmenspolitik einführt.

Bezirksfeuerwehrkommandant und Worthington-Mitarbeiter Franz Spendlhofer, ist überzeugt: „Es ist ein Bekenntnis zur Freiwilligkeit. Denn wer bei der Feuerwehr tätig ist, der zeugt auch von sozialen Kompetenzen“. Und Günther Ehrgott, Director of Operations betont: „Ich sehe unsere Mitarbeiter, welche sich in ihrer Freizeit in Rettungsorganisationen einbringen, als Botschafter für soziales Engagement. Ich bin froh, dass wir mit den drei Tagen Sonderurlaub unsere Anerkennung ausdrücken können“.

20 Prozent bei freiwilligen Rettungsorganisationen

80 Angestellte des Unternehmens in Kienberg, das sind 20 Prozent der Mitarbeiter, sind Mitglieder bei freiwilligen Rettungsorganisationen. „Es ist schon etwas ganz Besondereres und einmalig in unserem Bezirk“, betont Gamings Bürgermeisterin und Nationalratsabgeordnete Renate Gruber. Sie fordert: „Das Ehrenamt ist unbezahlbar und verdient mehr Unterstützung. Deshalb setze ich mich für fünf Tage Sonderurlaub für freiwillige Helfer ein“.

Natürlich müsse das Gehalt dem Betrieb aus dem Katastrophenfonds refundiert werden, und die Freistellung müsse mit dem Arbeitgeber abgesprochen sein. Gruber wünscht sich, dass im Hinblick auf den Nachwuchs mehr Firmen Verständnis für das Ehrenamt aufbringen und dem Worthington-Beispiel Folge leisten.

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