„ZKW soll offensichtlich schlecht gemacht werden“. Konzernleitung dementiert entschieden „Industriemagazin“-Bericht.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 21. Februar 2018 (12:23)
ZKW Group GmbH
ZKW-Sitz in Wieselburg

Nachdem es in den letzten Tagen wieder etliche Gerüchte rund um angeblich abgebrochene Verkaufsverhandlungen zwischen dem Wieselburger Lichtsysteme-Hersteller ZKW und dem koreanischen Elektronik-Riesen LG Electronics gegeben hatte, ausgelöst durch einen Bericht des „Industriemagazins“ am Montag, nimmt die ZKW-Konzernleitung heute erstmals öffentlich dazu Stellung.

ZKW weist in einer schriftlichen Stellungnahme die vom „Industriemagazin“ in der Montagausgabe gemachten Aussagen entschieden zurück. Ebenso wie das „Industriemagazin“ im November letzten Jahres den Verkauf von ZKW an LG als „unter Dach und Fach“ gemeldet hat, sei die nunmehrige Darstellung  - LG habe den angeblichen Kaufpreis reduziert und der Eigentümer, Ulrich Mommert persönlich, habe daraufhin die Verhandlungen für beendet erklärt -  schlichtweg erfunden, heißt es in der Aussendung.

„Beleidigung für all unsere Mitarbeiter"

„Besonders irritierend ist aus unserer Sicht die Tatsache, dass seitens des Industriemagazins offenbar ZKW schlecht gemacht werden soll, um das Feld für die angeblichen früheren Interessenten  - genannt wurden vom Industriemagazin die B&C Holding und Magna -  freizumachen“, erklärt ZKW.

Wenn hier „ausgeschiedene Mitbieter“ zitiert werden mit der Aussage, bei ZKW wurden in den vergangenen Jahren „die Umsätze aufgebläht“, ist das eine „Beleidigung für all unsere Mitarbeiter, die den profitablen Wachstumskurs der ZKW in den vergangenen Jahren ermöglicht haben. Unser Wachstum war und ist eine herausragende Leistung, auf die unsere Mitarbeiter stolz sein können. Fast möchte man sagen, man ist froh, dass man nicht diese angeblichen Mitbieter, die solche Wachstumsraten offenbar nicht verstehen, als Eigentümer hat“, heißt es seitens ZKW.

„Bewusst böswillige" Aussagen

Auch die Aussage, dass „die Profitabilität von ZKW von Analysten schon länger in Zweifel gezogen wird“, verbucht die ZKW-Konzernleitung als unter „bewusst böswillig, da ZKW bekanntermaßen nicht an der Börse notiert ist und es daher auch keine solchen Analystenaussagen zu ZKW gibt. Im Gegenteil haben wir gerade erst erfolgreich ein Schuldscheindarlehen über 180 Millionen Euro bei institutionellen Investoren platziert.“

Dies bestätige das Vertrauen, das institutionelle Investoren und Banken in die Zukunft der ZKW setzen. „Wir werden auch das vergangene Jahr wieder mit einem überragenden Rekordergebnis abschließen, sowohl umsatz- als auch ergebnisseitig“, betont man in der Aussendung.

ZKW will Änderungen "klar und offen kommunizieren"

Schließlich zeige ein angeblicher „Downgrade“ der ZKW-Produkte „von High-Tech zu Mid-Tech“ schlicht fehlendes Verständnis für die natürliche technologische Entwicklung in der Branche. „ZKW war und ist an der Spitze der technologischen Entwicklungen und soll dies auch bleiben. Genauso, wie wir die bisherigen technologischen Änderungen (von Halogen zu Xenon zu LED) gemeistert haben, wollen und werden wir auch in Zukunft technologisch an der Spitze bleiben“, ist man in der ZKW Group überzeugt.

„ZKW ist ein sehr erfolgreiches Unternehmen und wir arbeiten weiterhin daran, dass dies auch so bleibt. Wenn es Änderungen in unserer Eigentümerstruktur gibt, werden wir dies klar und offen kommunizieren. Natürlich führen wir Gespräche mit potenziellen Technologiepartnern, um unserer Verantwortung für die Zukunft der ZKW gerecht zu werden. Dies tun wir aber nicht in der Öffentlichkeit, in die uns das Industriemagazin offensichtlich drängen will“, heißt es abschließend.

Magazin kritisierte Informationspolitik von Automobilzulieferer ZKW

Das "Industriemagazin" hat am Donnerstag Vorwürfe der ZKW Group in Zusammenhang mit der Berichterstattung zu Übernahmegesprächen des niederösterreichischen Automobilzulieferers zurückgewiesen.

Fakt sei, "dass die Informationspolitik von ZKW der Größe des Unternehmens in keiner Weise gerecht wird", teilte das Magazin am Donnerstag in einer Aussendung mit.

"Wir empfinden es als unsere journalistische Pflicht über Verkaufsaktivitäten eines österreichischen Industrieunternehmens mit einem Umsatz von 1,2 Milliarden Euro und mehr als 8.000 Mitarbeitern zu berichten. Besonders dann, wenn ehemalige und aktive Mitarbeiter, Zulieferer, Kunden und Mitbewerber des Unternehmens längst darüber sprechen", wurde vonseiten des Magazins am Donnerstag festgehalten. Nichts anderes habe man getan - und werde dies auch weiter tun.

"Dutzende Anfragen in den vergangenen Monaten wurden nicht - oder bestenfalls hinhaltend beantwortet", hieß es in der Aussendung. Das von der Redaktion offerierte Angebot zu einem klärenden Hintergrundgespräch sei nicht wahrgenommen worden.

Vorwürfe, wonach das Magazin "bewusst böswillig" über die Verkaufsaktivitäten von ZKW berichte, um das Feld für frühere Interessenten freizumachen, "entbehren jeder Grundlage", betonte Chefredakteur Rudolf Loidl. "Als Leitmedium für die produzierende Wirtschaft liegt uns nichts ferner, als über irgendein Industrieunternehmen in diesem Land ́bewusst böswillig ́ zu berichten", so Loidl.

Zwischen dem "Industriemagazin" und dessen Herausgeber, den WEKA Industrie Medien, bestehen laut Aussendung "keinerlei wirtschaftliche Verbindungen zu allfälligen Mitbewerbern". Keines der Unternehmen sei Werbekunde des Verlags.