Kleine Oasen in der Stadt: Garteln in Scheibbs. Auf einer grünen Fläche mitten in Scheibbs wird gesät und geerntet.

Von Claudia Christ. Erstellt am 12. November 2020 (05:11)
Martin Hofmacher schaut nach den Pflanzen im Gemeinschaftsgarten Scheibbs. Er hofft, dass diese grüne Oase nicht demnächst einem neuen Wohnprojekt weichen muss.
Christ

Einige Äpfel hängen noch am Baum und der Salat gedeiht, trotz herbstlicher Temperaturen, prächtig. In der kleinen grünen Oase in der Feldgasse mitten im Zentrum von Scheibbs macht sich Herbststimmung breit.

Auf dem rund 600 m 2 großen Grundstück, das sich im Besitz der Firma Traunfellner befindet, wird schon seit Jahrzehnten gegartelt. Zwei Hobbygärtner haben dort schon seit langer Zeit ihre Beete angelegt und Bäume und Sträucher gepflanzt. Seit März dieses Jahres hat sich die Zahl der Hobbygärtner erweitert.

Gartenparadies steht ungewisse Zukunft bevor

Auf Initiative von Barbara Rusulovic-Gugler und zusammen mit Martin Hofmacher von „Pioniere des Wandels Erlauftal“ entstand der „Gemeinschaftsgarten Scheibbs“. Und seither pflanzt, jätet und erntet hier eine vierköpfige Gruppe, alle Personen wohnen in der unmittelbaren Umgebung, ihr eigenes Gemüse und Obst. „Es ist einfach ein miteinander. Nach Absprache wird das regelmäßige Gießen bewerkstelligt“, sagt Hofmacher.

Beim Säen und Jäten sowie bei der Ernte helfen dann alle mit. Und so profitiert jeder von Jedem. „Auch das Wissen über die Pflanzen sowie Erfahrungswerte bei der Behandlung wird so von den Ältern weitergegeben. Außerdem verändert es das Bewusstsein für die Nahrungsmittel“, weiß Hofmacher.

Angebaut wird alles, was beliebt – von Kürbis bis Gurke, von Spinat bis Chili, bis hin zu Erdäpfel. Damit die Gruppe der Gartengemeinschaft größer wird, findet am Samstag vor Ort ein Infotag statt. „Dabei wollen wir alle Interessierten über unser Projekt informieren und zum Mitmachen animieren“, sagt die Initiatorin.

Dennoch, dem kleinen Gartenparadies in Scheibbs steht eine ungewisse Zukunft bevor. Die Wohnbaugenossenschaft Alpenland hat für das Grundstück einen 99-jährigen Pachtvertrag unterschrieben. Statt Bäume und Sträucher könnten hier schon bald neue Wohnungen aus dem Boden wachsen. „Das wär‘ schade. Wir hoffen, unser kleines Paradies behalten zu können“, sagt Hofmacher.