Lawinenabgang am Ötscher: Schneeprofil an Abbruchstelle angefertigt

Erstellt am 14. März 2022 | 08:48
Lesezeit: 2 Min
Nach dem Lawinenabgang mit drei Toten am Ötscher (Bezirk Scheibbs) vom Freitag ist übers Wochenende die Ursachenerhebung angelaufen. An der Abbruchstelle sei ein Schneeprofil angefertigt worden, teilte Polizeisprecher Raimund Schwaigerlehner am Montag auf Anfrage mit. Eine genaue Auswertung dürfte noch einige Zeit dauern.
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Grundsätzlich geortet worden sei ein "Altschnee-Problem", wie Arnold Studeregger vom Lawinenwarndienst NÖ dem "Kurier" (Montagsausgabe) sagte. Dieses entstehe durch vorhandene Schwachschichten innerhalb der Altschneedecke.

Simpel gesprochen, habe sich oberhalb von zwei weichen Schneeschichten eine harte, gefrorene befunden. Eine Verbindung zwischen den Ebenen gab es allerdings nicht. Vermutet werde, dass sich durch den Druck, den die Alpinisten beim Aufstieg auf den Hang mit Steigeisen ausgeübt hatten, ein Schneebrett gelöst habe.

Die Lawine war im Bereich des Juckfidelwaldes in der Marktgemeinde Gaming an der Nordseite des Großen Ötschers abgegangen. Das Schneebrett riss vier Skitourengeher mit, die Männer kamen auf einer Höhe von rund 1.150 Metern zum Liegen.

Drei von ihnen - ein 54-jähriger Alpinpolizist aus dem Bezirk Krems, ein 55-jähriger Zahnarzt aus dem Bezirk Tulln und ein 64-Jähriger aus Waidhofen a. d. Ybbs - kamen ums Leben. Schwer verletzt wurde ein 44-Jähriger aus dem Bezirk Scheibbs, der die Rettungskette in Gang setzte. Alle vier Verunglückten waren Mitglieder der Bergrettung.

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