Hochkar: Gerichtsprozess nach Promille auf der Piste. Betrunkener Snowboarder verletzt 16-Jährige bei einem Ausflug am Hochkar. Vor Gericht zeigt der Angeklagte Reue: Geldstrafe.

Von Red. Erlauftal. Erstellt am 25. Mai 2021 (09:39)
Der Platz des Angeklagten im Gerichtssaal
Symbolbild
APA

Drei große Bier und Tee mit Schnaps aus der Thermoskanne hatte ein 21-Jähriger schon intus. Aber er befand sich an diesem Jännertag aber nicht in einer Bar, sondern auf einer Skipiste. Dem Trinken am Vormittag folgte am Nachmittag ein böser Crash. Als der Snowboarder zum Lift fuhr, übersah er eine 16-jährige Skifahrerin und mähte sie um. Die junge Frau trägt Knochenverletzungen am Schienbein davon. Nachdem der Unfallpilot sich mehrmals entschuldigte, brauchte der junge Waidhofener noch einen Tee mit Schnaps – für den Schock, wie er sagt, und „zum Aufwärmen“. 1,2 Promille stellt die Alpinpolizei bei einem Alko-Test danach fest.

Nun steht der 21-Jährige wegen fahrlässiger Körperverletzung unter Alkoholeinfluss vor Gericht. Er gesteht die Tat und zeigt Reue: „Ich werde das nicht mehr machen.“

Es kommt zur Verurteilung. Eine Diversion ist ausgeschlossen, da die Generalprävention laut Richter in diesem Fall wichtiger ist: „Dass Leute trinken und auf der Piste fahren, ist nicht ungewöhnlich, aber es muss dann auch jeder die Konsequenzen dafür tragen.“ Der Strafrahmen beträgt bis zu zwei Jahre Haft. Aufgrund seines niedrigen Einkommens als Zivildiener, seiner bisherigen weißen Weste und seines reumütigen Geständnisses, ist die Strafe milde angesetzt.

Der Angeklagte muss 720 Euro Geldstrafe zahlen sowie 2.900 Euro Schmerzensgeld an die 16-Jährige. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.