Seit 2013: Wieselburger verführte minderjährige Mädchen online

Erstellt am 20. Mai 2022 | 08:05
Lesezeit: 3 Min
Ermittlungen der Operation "Elysium" führten zu dem Mann
Symbolbild
Foto: APA (dpa)
Ein Wieselburger verbreitete und konsumierte Kinderpornografie über den Online-Messenger Kik und brachte Minderjährige dazu, sich auf Videochats mit ihm auszuziehen.
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Der 30-jährige Wieselburger stammt ursprünglich aus dem Bezirk Melk, wo er nach eigenen Angaben mit den Straftaten begonnen haben soll. Sein erster Kontakt mit Kinderpornografie passierte über die Messenger-App Kik. Ihm gefiel was er sah und er begann aktiv danach zu suchen. Bei der Polizei und während der Verhandlung zeigte er sich geständig

Erwischt wurde der Angeklagte bei Hochladen von pornografischen Material Minderjähriger auf Kik. Bei einer Hausdurchsuchung wurden auf diversen Geräten Unmengen an inkriminierenden Dateien gefunden. Dabei handelte es sich um Mädchen im Alter zwischen elf und dreizehn Jahren, aber auch kleine Kindern wären abgelichtet gewesen. 

Auf die Frage der Richterin, ob ihm bewusst sei, wie diese Bilder entstehen würden, antwortete der 30-Jährige nur, dass er zwar daran denke, aber es ignorieren will, "weil es nicht gut ist". Aber auch er selbst produzierte und verbreitete ähnliche Videos.

Therapie dringend nötig

Der Angeklagte gab an, dass er auf einer App namens "Kids Chat" auf einer Sony Playstation-Spielkonsole mit Mädchen Kontakt aufnahm. Schon dort tauschte er anzügliche Nachrichten mit ihnen aus. Außerdem nutzte er die Videochat-Plattform OmeTV, auf der Nutzer mit zufällig gewählten, fremden Personen per Video kommunizieren können. Dort suchte er nach möglichst jungen Mädchen und gab sich selbst als einen 15-Jährigen aus.

Er überredete die Mädchen dazu, sich vor der Kamera auszuziehen und ihren Genitalbereich zu zeigen, während er selbst anonym blieb. Seinen Angaben nach waren es rund 40 Kinder zwischen elf und dreizehn, aber nicht alle kamen seinen Wünschen nach.

Diese Videochats nahm der Mann auch auf, für seinen eigenen Gebrauch, aber auch um sie an Dritte weiterzuleiten. Allerdings gab er an, dass ihm bewusst war, dass dies falsch war. "Ich habe meinen Account immer wieder gelöscht, aber dann wieder aktiviert, wenn ich wieder schauen wollte", so der Angeklagte.

Dem 30-Jährigen ist bewusst, dass er Therapie braucht, diese Meinung teilte auch die Richterin. Der Angeklagte wurde zu einer Geldstrafe von 5.760€ und 20 Monaten bedingter Haft verurteilt. Außerdem ordnete die Richterin psychotherapeutische Behandlung und Bewährungshilfe an. Auch wurden Geräte wie sein Laptop und Spielkonsolen konfisziert. Das Urteil ist rechtskräftig.

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