Rettung von vier Alpinisten in Lackenhof geglückt. Nach einer Nacht im Biwak konnten vier Tourengeher aus dem Bezirk Melk am Ötscher von den Einsatzkräften gerettet werden. Über 70 Mann im Einsatz.

Von Claudia Christ. Erstellt am 23. März 2021 (08:01)
Dichter Nebel erschwerte die Rettungsaktion der vier Tourengeher am Ötscher besonders. Auch der Hubschrauber des Innenministeriums, der bereits am Sonntag vor Ort war, konnte aufgrund des schlechten Wetters nicht eingesetzt werden.
privat/ÖBRD, privat/ÖBRD

Ein glückliches Ende nahm eine Skitour für vier Alpinisten, die am vergangenen Sonntagnachmittag am Ötscher in Not geraten waren. Die Männer hatten sich auf ihrer Tour vergangen und mussten, nachdem sie Ötscher-südseitig auf einer Seehöhe von rund 1.700 Meter nicht mehr weiter konnten, einen Alpinnotruf absetzen. Wir hatten berichtet:

Der Rettungseinsatz wurde eingeleitet, musste aber am Sonntag mit Einbruch der Dunkelheit abgebrochen werden. Am Montag, um 5.30 Uhr Früh machten sich die Retter wieder auf den Weg, auf die Suche nach den Vermissten.

„Wir hatten Kontakt zu den Vieren. Die Rettungsaktion lief auf Hochtouren.“ Herbert Haslinger, Bergrettung Lackenhof

Diese verbrachten die Nacht bei frostigen Temperaturen in einer Schneewechte in einem Biwak.

„Wir hatten Kontakt zu den Vieren. Die Rettungsaktion läuft auf Hochtouren“, informierte Herbert Haslinger von der Bergrettung Lackenhof Montagfrüh. Vor Ort waren rund 70 Einsatzkräfte, die versuchten, zu den Skitourengehern vorzudringen, was allerdings angesichts der anhaltenden Schnee- und Wetterlage und der „erheblichen Lawinengefahr“ (Stufe 3) nur langsam vonstattenging.

Die vier Personen waren laut Bergrettung dennoch den Umständen entsprechend wohlauf und konnten per Seilzügen mit Wärmemitteln, Flüssigkeit und einem Funkgerät versorgt werden. Ein Helikoptereinsatz war aufgrund der Wetterlage mit dichtem Nebel an beiden Tagen nicht möglich.

Dichter Nebel erschwerte die Rettungsaktion der vier Tourengeher am Ötscher besonders. Auch der Hubschrauber des Innenministeriums, der bereits am Sonntag vor Ort war, konnte aufgrund des schlechten Wetters nicht eingesetzt werden.
privat/ÖBRD

Am Montagmittag kam dann die erlösende Nachricht: Die Bergretter konnten zum festgesessenen Quartett vordringen. Die vier Männer aus dem Bezirk Melk litten laut Oliver Himmel, Sprecher der NÖ Bergrettung, allesamt unter starker Unterkühlung, zwei hatten Erfrierungserscheinungen an den Extremitäten.

Nach dem Eintreffen der Rettungskräfte begann für die Truppe der schwierige Weg ins Tal. Zwei der vier Geretteten waren bereits um die Mittagszeit auf dem Weg ins Tal: Einer davon fuhr trotz Erfrierungen selbstständig mit den Skiern ab. Der zweite wurde so wie später auch die anderen beiden Tourengeher mit der Trage abtransportiert.

Nachdem alle Alpinisten geborgen waren, wurden sie mit Verletzungen unbestimmten Grades mit dem Helikopter ins Krankenhaus geflogen, wo sie aktuell behandelt werden. „Alle 70 Helfer haben einen guten Einsatz geleistet“, resümierte Michael Hochgerner von der Alpinpolizei am Ende des Tages.