Scheibbser Polizei erwischte Trio mit über 185 km/h

Corona-Pandemie und Lockdowns schlagen sich in der Verkehrsstatistik nieder: Weniger Verkehrsunfälle, weniger Alko-Sünder, aber dafür mehr Tempo-Sünder.

Erstellt am 19. Februar 2021 | 04:12
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Bezirkspolizeikommandant Thomas Heinreichsberger analysierte die Zahlen.
Foto: LPDNÖ

Gleich drei Mal erwischten die Polizeibeamten im Vorjahr Tempo-Sünder mit mehr als 185 km/h. Alle drei Fälle fielen in den Bereich der Polizeiinspektion Lunz. „Manche glauben scheinbar, sie müssen auf der B25 zwischen Lunz und Göstling besonders Gas geben“, weiß Bezirkspolizeikommandant Thomas Heinreichsberger. So wurden in diesem Bereich im Vorjahr zwei Motorradfahrer und ein Autofahrer mit 187 beziehungsweise 188 km/h geblitzt. Auch ein 81-jähriger Schweizer wollte auf dieser Strecke im August den Motor seines Audi TTs „durchputzen“, wie er gegenüber den Polizeibeamten angab, nachdem ihn diese mit 166 km/h angehalten hatten.

„So sehr wir im Vorjahr gespürt haben, dass die Corona-Pandemie und die Lockdowns insgesamt das Verkehrsgeschehen reduziert haben, so sehr zeigt sich aber auch, dass einige die weniger befahrenen Straßen als Einladung zum Schnellfahren gesehen haben“, zieht Heinreichsberger Bilanz. Denn die Verkehrsübertretungen wegen zu schnellen Fahrens waren im Vorjahr deutlich höher als 2019. Damit liegt der Bezirk aber im nö-weiten Trend.

Um ein Viertel weniger Alkovortests im Bezirk

Zurückgegangen sind die Alkoholdelikte hinterm Steuer. Allerdings gab es 2020 auch deutlich weniger Kontrollen als das Jahr zuvor. „Wir haben während des ersten Lockdowns im März generell keine Alkoholkontrollen durchgeführt. Dazu kamen die fehlenden Veranstaltungen. Daher ist die Zahl der Alkovortests um ein Viertel niedriger als 2019.

Nichtsdestotrotz gab es im Vorjahr 186 Anzeigen wegen Alkohol am Steuer und davon 129 Führerscheinabnahmen. Das ist im Vergleich zu 2019 nicht viel weniger“, schildert Heinreichsberger.

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Bezirkspolizeikommandant Thomas Heinreichsberger analysierte die Zahlen.
LPDNÖ

Von fünf auf acht gestiegen ist die Anzahl der Führerscheinabnahmen wegen Suchtmittel im Straßenverkehr. Diese Zahl könnte 2021 weiter steigen, denn das Bezirkspolizeikommando verfügt nun über ein Suchtmittel-Vortestgerät. „Bisher mussten die Beamten speziell darauf geschult sein, um das erkennen zu können. Das neue Vortestgerät sollte uns künftig helfen, mehr Lenker unter Suchtmitteleinfluss aus dem Verkehr ziehen zu können“, hofft Heinreichsberger. Denn generell sei dieses Problem auch in der ländlichen Region im Steigen.

Ebenfalls ab 2021 zum Einsatz kommen wird im Bezirk ein neues Lärmmesspegelgerät, dass vor allem illegal „aufgemotzte“ Motorräder herausfiltern soll. „Das werden wir mit Beginn der Motorradsaison vor allem auf unseren Motorradstrecken einsetzen“, verrät der Polizeichef.

Zufrieden ist Heinreichsberger beim Blick auf die Unfallstatistik. Die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden ist von 187 auf 171 gesunken. Noch deutlicher abgenommen haben die Sachschäden, wobei hier auch Wild- oder Parkschäden miteingerechnet sind. Dennoch hatte man auch 2020 im Bezirk ein Todesopfer im Straßenverkehr zu beklagen.

„So wie im Jahr davor erwischte es auch dieses Mal einen Motorradfahrer, der auf der B25 bei Lunz tödlich verunglückte“, weiß Heinreichsbeger. Insgesamt lobt er aber die Disziplin der Autofahrer im Bezirk. „Vor allem bei unseren letzten Schwerpunktkontrollen bei den Bereichen Schutzwege und Eisenbahnkreuzungen gab es fast keine Beanstandungen“, berichtet Heinreichsberger.