St. Anton, Puchenstuben: Pfarren geben noch nicht auf

570 Unterschriften gesammelt. Gespräch mit Generalvikar verlief erfolglos.

Erstellt am 23. Juni 2021 | 17:14

Betrübt ist zurzeit die Stimmung in den Pfarren St. Anton/Jeßnitz und Puchenstuben. Im Herbst soll ihr Pfarrer Eugeniusz Warzocha die Pfarre verlassen und den Pfarrverband Herz Jesu mit den Pfarren Brand, Grafenschlag, Großgöttfritz, Niedernondorf und Waldhausen im Waldviertel übernehmen (die NÖN berichtete).

Mit einer Unterschriftenaktion und einem Treffen am vergangenen Freitag mit dem Generalvikar Christoph Weiss haben sich die Pfarrgemeinden für den Verbleib von Warzocha eingesetzt. Enttäuscht sind sie vom Treffen zurückgekehrt.

Unterschriftenaktion umsonst

„Wir haben dem Generalvikar 150 Unterschriften der Pfarre Puchenstuben und 420 Unterschriften der Pfarre St. Anton gebracht. Leider umsonst. Für sie war die Entscheidung wohl schon in Stein gemeißelt“, schildert Alois Rasch, der Mesner und Pfarrgemeinderat von Puchenstuben.

Auch die St. Antoner sind nach dem Gespräch enttäuscht. „Probiert haben wir es. Wie es aussieht, werden wir unseren Pfarrer verlieren“, sagt Karl Schagerl, stellvertretender Vorsitzender des Pfarrgemeinderates St. Anton. Zudem hätten manche Pfarrgemeinderäte angekündigt, ihr Amt zurückzulegen, wenn Warzocha die Pfarren im Herbst verlassen muss.

Diözese kündigte strukturelle Änderungen an

Schon in der Vorwoche hatte die Diözese in einer Stellungnahme klargestellt, dass es einige Veränderungen in der Diözese gäbe. Es seien „strukturelle Überlegungen, um langfristige Lösungen für Pfarren, Regionen und Dekanate zu erarbeiten“, heißt es. Eugeniusz Warzocha hat betont, dass er gerne in den beiden Gemeinden bleiben würde. Er nehme jedoch die Entscheidung der Diözese an: „Ich habe im Hinterkopf damit gerechnet.“

Ganz geschlagen möchten sich die Pfarren dennoch nicht geben. Sie werden nun einen Bittbrief an Bischof Alois Schwarz verfassen. „Die Chance, dass wir noch was bewegen, ist sicher verschwindend klein. Aber mehr können wir nicht tun“, sagt Schagerl.

Sollte es dennoch zu einer Versetzung kommen, wird der Pole Marian Lewicki aus den Pfarren St. Andrä vor dem Hagenthale und Zeiselmauer die Seelsorge in den beiden Gemeinden übernehmen.