Bezirk Scheibbs: 60-Jähriger wegen Cannabis-Anbau vor Gericht

Erstellt am 01. Juni 2022 | 03:50
Lesezeit: 2 Min
440_0008_8373333_erl22_gericht2_0.jpg
Die Verhandlung fand im Landesgericht St. Pölten statt.
Foto: Erna Kazic
„Ein bisschen Geld schadet nie“ – so begründete der 60-jährige Scheibbser seine hauseigene Marihuana-Plantage.
Werbung
Anzeige

Er hatte schon immer ein paar Pflanzen im Garten, gab der Hauptangeklagte an. Doch im Dezember letzten Jahres entschied er sich dazu, ins Gewerbe einzusteigen. 81 Marihuana-Pflanzen zog der 60-jährige Rumäne auf seinem Dachboden groß. Die Ernte, über zwei Kilogramm Gras, wollte er für 5.500 Euro per Kilo verkaufen. Doch die Polizei machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Gefunden wurden die Drogen angeblich in einem Gurkenglas.

Angeklagt war auch sein 27-jähriger Sohn und ein 42-jähriger Rumäne. Der Sohn soll ihm dabei geholfen haben, die Anlage für die Pflanzen am Dachboden zu installieren, sei er doch gelernter Elektriker. Doch mit dem Verkauf der Drogen wollte der junge Mann nichts zu tun haben.

Dabei soll der 42-jährige Rumäne geholfen haben. Er soll dem Scheibbser einen Kontakt zu einem pakistanischen Drogendealer angeboten haben. Auch sollen die zwei Männer gemeinsam nach Wien gefahren sein, um den Dealer eine Produktprobe von 100g zu bringen. Doch dies streitet der 42-Jährige ab.

Die Drogen wurden gefunden, nachdem bei einem Streit zwischen den zwei rumänischen Männern die Polizei gerufen wurde. Grund für den Streit war, dass der 42-Jährige einen ausgeborgten Anhänger nicht zurückgeben wollte. Der 60-jährige Angeklagte soll ihn im Laufe des Streits mit einem Luftdruckgewehr bedroht haben. Doch dies streitet er ab.

Alle Beteiligten wurden verurteilt. Der 60-jährige Hauptangeklagte bekam 15 Monate bedingte Haft und sein Sohn 16 Monate bedingt. Aufgrund von zahlreichen Vorstrafen wurde der 42-jährige beteiligte Rumäne zu 24 Monaten Haft verurteilt, 16 Monate davon sind unbedingt abzusitzen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Werbung