Vier Wochen lang nur für die Familie da. VÄTERKARENZ / SPÖ-Politiker Josef Leitner nahm sich fast vier Wochen eine Auszeit von der Politik und widmete sich seiner Frau und seinen Söhnen.

Erstellt am 09. August 2011 (07:29)
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VON JACQUELINE KARLINGER

WIESELBURG / Und wie sie sie genossen haben, die gemeinsame Zeit. Beim Besuch im Haus in Wieselburg wird das erst so richtig klar. Klein Felix (2 Monate) und Moritz (21 Monate) haben sich daran gewöhnt, dass ihr Papa immer zu Hause ist. Doch leider ist das nun auch vorbei - vorerst. Von 16. Juli bis 9. August war Josef Leitner bei seiner Familie zu Hause - richtige Väterkarenz war es keine, da es so etwas bei Politikern nicht gibt.

Eine Stunde „Bereitschaft“ täglich musste reichen

Doch kann man sich als Politiker, vor allem als Landeshauptmann-Stellvertreter einfach so freinehmen? Ja - mit der „Bedingung“ täglich eine Stunde erreichbar zu sein. „Von 12 bis 13 Uhr stand ich telefonisch zur Verfügung“, erklärt Leitner. Für Josef Leitners Vertretung war Landesrätin Karin Scheele zuständig.
Wie hat nun so ein gemeinsamer Tag ausgesehen? „Der Tag hat damit begonnen, dass Moritz und ich gemeinsam aufgestanden sind. Dann habe ich ihn gewickelt und angezogen und wir sind gemeinsam zum Bäcker gegangen und haben die Zeitung geholt“, erzählt Leitner. „Danach haben wir mit Elvira gemeinsam gefrühstückt und anschließend entweder alle etwas gemeinsam unternommen, oder ich bzw. Elvira hatten mal Zeit für sich.“ Das war den Leitners auch besonders wichtig - nicht nur die Zeit gemeinsam verbringen, sondern auch dem Partner einmal die Chance geben, etwas ohne Kinder und ganz für sich alleine zu unternehmen.

„Mein Mann hat mich wirklich toll unterstützt“

Josef Leitner hat in den vier Wochen auch viel dazugelernt. Wickeln und Füttern geht ihm jetzt quasi automatisch von der Hand, mehr noch als schon nach der Geburt von Moritz. Nur mit dem Kochen will es noch nicht so ganz klappen - das stört Frau Elvira allerdings keineswegs: „Mein Mann hat mich wirklich toll unterstützt.“ Und auch Gartenarbeit und kleine Sanierungsarbeiten am Haus konnten in dieser Zeit erledigt werden.
Das Resümee über die letzten vier Wochen: „Meine Frau leistet Großartiges. Man kann sich gar nicht vorstellen, welche große Aufgabe zwei Kinder darstellen“, zollt Leitner seiner Frau Respekt und würde sich diese Auszeit auch jederzeit wieder nehmen.

Telefon, SMS, MMS: Ständig im Kontakt mit der Familie

Doch auch wenn Leitner sich nun wieder mehr seinem Beruf widmet, für die Familie ist er jederzeit erreichbar. „Zwischen uns besteht sozusagen ein roter Draht. Wir telefonieren sechs bis siebenmal täglich und auch SMS und MMS werden regelmäßig verschickt“, erklärt Elvira. So wird Leitner immer am Laufenden gehalten, auch wenn er einmal nicht zu Hause ist - und das kommt relativ oft vor. „Normalerweise gehe ich um halb sieben außer Haus und komme erst spät am Abend bzw. erst in der Nacht nach Hause. Die freien Tage sind sehr rar“, erzählt er.

Ein Glück für Mama Elvira, dass Sohn Felix so brav ist: „Er schläft sehr viel. Und auch Moritz ist ein sehr braves Kind.“
Entlastung wartet aber schon wieder im Herbst - denn dann geht Moritz in die Krabbelstube. Und ob bald der nächste Nachwuchs im Hause Leitner und somit die nächste Auszeit ansteht, steht momentan noch in den Sternen - ausgeschlossen wird es aber, wie die Leitners auch selbst sagen, nicht.