Schulreform: Qualitäts-Manager eingesetzt

Seit 1. Jänner gibt es eine neue Struktur im Pflichtschulwesen. Qualitäts-Manager lösen Inspektoren ab, Fachstellen für Inklusion, Diversität und Sonderpädagogik geschaffen.

Leo Lugmayr
Leo Lugmayr Erstellt am 08. Januar 2019 | 04:40
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Das Schild in der Kapuzinergasse 6 in Waidhofen wird in den kommenden Wochen abmontiert und durch Verweise auf die Außenstelle der Bildungsdirektion und die neu geschaffene Fachstelle für Inklusion, Diversität und Sonderpädagogik ersetzt.
Foto: Lugmayr

Das neue Jahr bescherte der bisherigen Außenstelle des Landesschulrates in Waidhofen grundlegende Neuerungen.

Denn die 2017 vom Parlament beschlossene Strukturreform im Schulwesen brachte mit 1. Jänner auch im Ybbstal gravierende Änderungen mit sich. Tiefstgreifende Neuerung ist die Bündelung von Schulaufsicht, Schulpsychologie und der mit 1. Jänner neu geschaffenen Fachstelle für Inklusion, Diversität und Sonderpädagogik (FIDS). Von Waidhofen aus wird die neue Außenstelle der NÖ Bildungsdirektion die schulische Bildungsregion Mostviertel gestalten.

„Die Autonomie der Schulen wird gestärkt, wobei die Direktoren mehr Gestaltungsfreiraum erhalten.“Bildungsmanager Josef Hörndler

Im öffentlichen Erscheinungsbild kommt das zum Ausdruck, indem der Begriff Landesschulrat gänzlich verschwindet und durch die Bildungsdirektion ersetzt wird. Die Verwaltung wird damit schulspezifischer und regionaler. Personell bedeutet das, dass alle bisherigen Landes- und Pflichtschulinspektoren geänderte, schulartenübergreifende Aufgabengebiete in ihren neuen Funktionen als Schulqualitäts- manager (SQM) zugewiesen werden.

Allerdings gibt es ein halbes Jahr Übergangsregelungen und erst ab September wird auch in der Bildungsregion Mostviertel die neue Struktur personell umgesetzt.

Aufgaben der SQMs sind unter anderem die evidenzbasierte Steuerung der regionalen Bildungsplanung und der standortbezogenen Schule sowie die Fachaufsicht und Personalführung über Schul-und Clusterleitungen. Für die Leitung über die Bildungsregion ist ein Abteilungsleiter vorgesehen, der nach einer Ausschreibung im Frühjahr 2019 und einem entsprechenden Bewerbungsverfahren ernannt wird.

Vorübergehend ist der bisherige Bildungsmanager Josef Hörndler damit betraut worden. Bereits eingerichtet in Waidhofen/Ybbs ist die Fachstelle für Integration, Diversität und Sonderpädagogik.

Freiere Entscheidung über Klassengröße

Als FIDS-Mitarbeiterinnen wurden Daniela Egelwolf, Monika Reiter und Margit Mayrhofer nach einem Bewerbungs- Verfahren ernannt. Sie werden von der Kapuzinergasse 6 aus die Bezirke Amstetten, Waidhofen, Scheibbs und Melk betreuen. „Mit der Zusammenziehung von SQM von Pflichtschulen und höheren Schulen versprechen wir uns eine bessere Zusammenarbeit über Schulartengrenzen hinweg“, sagt Hörndler.

Den Schulstandorten eröffnet sich mit der Reform auch mehr inhaltliche Autonomie. „Die Autonomie der Schulen wird gestärkt, wobei die Direktoren mehr Gestaltungsraum erhalten“, sagt Hörndler. Demnach können Schulleiter künftig über Klassengrößen freier entscheiden. Die Klassenschülerhöchstzahl, die bisher in NÖ im Pflichtschulbereich mit 25 Schülern in Stein gemeißelt war, fällt. Auch erhalten Schulleitungen mehr Mitspracherecht beim Personaleinsatz und bei der Einstellung neuer Lehrkräfte.

„Das soll dazu beitragen, das Personal bedarfsgerechter und standortspezifischer einsetzen zu können“, sagt Hörndler. Gleichzeitig wird die Profilbildung der Schulen forciert. „Die Möglichkeit, größere, aber auch kleinere Gruppen zu bilden, und Unterrichtseinheiten anders als in 50 Minuten festzulegen, gibt Schulen Gestaltungsspielraum“, ist Hörndler von der Stoßrichtung überzeugt.

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