Werkstatt steht unter Beschuss. In anonymem Schreiben wird Franz Sonnleitner „angeschwärzt“. Nun klagt er.

Von Anna Faltner. Erstellt am 20. Oktober 2019 (07:19)
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Vom Unteren Markt in den Oberen Markt zog es Kfz-Spezialist Franz Sonnleitner vor etwa genau einem Jahr. Der alte Standort war ganz einfach zu klein. Ein Nachbar aus der Wohnhausanlage in der Korngasse dachte, dass damit der Betrieb in der alten Halle vollständig eingestellt wird. Das ist aber nicht der Fall, wie er in einem Schreiben an die NÖN mitteilt.

„An der Adresse Unterer Markt 21 ist noch ständig die Werkstatt offen und von Montag bis einschließlich Samstag wird bis in die Abendstunden an Rennautos gearbeitet. Häufig kommt es auch vor, dass die Werkstatt an gesetzlichen Feiertagen ganztägig in Betrieb ist“, wittert der Nachbar, der aus Sorge vor einem „Racheakt“ anonym bleiben möchte, eine illegale Geschichte. Das kann VP-Bürgermeister Franz Sonnleitner gleich ausschließen: „Auch für den alten Standort gibt es eine Gewerbebewilligung. Bisher gab es noch nie Beschwerden auf der Gemeinde deswegen.“

Damit aber nicht genug. In dem Schreiben sind noch mehr Anschuldigungen gegen die Firma angeführt. „An den Fenstern der Tore wurden Sichtschutzfolien angebracht, sodass kein Einblick mehr in die Werkstatt vorhanden ist. Will man dafür sorgen, dass etwas nicht bemerkt werden soll?“ Damit spricht er die Reparatur von Rennautos an, an denen blaue Kennzeichen montiert werden und die, „mit Vollgas auf der angrenzenden Landesstraße getestet werden“.

Der Nachbar hegt den Verdacht, dass keine Katalysatoren verwendet werden, da der Geruch nach Abgasen sehr stark sei. „Bei mir ist alles bewilligt. Ich mache ganz einfach meine Arbeit“, sagt Franz Sonnleitner. Von einer Schließung am alten Standort war ohnehin nie die Rede, mittlerweile sind dort zwei neue Firmen eingemietet. Und zwar die „SOGA CNC Racingparts GmbH“, wo Franz Sonnleitner neben Mario Gamsjäger als zweiter Geschäftsführer agiert, und die Firma „FS Motorsport GmbH“, in der er Gesellschafter ist, geführt wird der Betrieb von Roland Fahrnberger. Im Autohaus Wang im Alpenvorland ist Sonnleitner alleiniger Inhaber.

Der Verfasser des anonymen Schreibens hat dieses unter anderem auch an die Bezirkshauptmannschaft Scheibbs und an das Bezirkspolizeikommando geschickt. Bezirkshauptmann Johann Seper bestätigt, dass das Schreiben eingegangen ist und sämtliche Anschuldigungen überprüft werden.

Verleumdungsklage gegen Unbekannt

Nun holt Sonnleitner zum Gegenschlag aus und brachte eine Verleumdungsklage gegen Unbekannt ein. Nun liegt der Ball bei der Staatsanwaltschaft. In der Sachverhaltsdarstellung erklärt Sonnleitner, dass die Vorwürfe gegen ihn „völlig haltlos“ seien und „aufs Schärfste zurückgewiesen werden“. Die Betriebsanlage am alten Standort wurde mit Bescheid der Bezirkshauptmannschaft Scheibbs ordnungsgemäß bewilligt. Damals (2012) wurden seitens der Bevölkerung keine Einwände erhoben. Sichtschutzfolien wurden nun aufgrund der Maschinenausstattung als Diebstahlschutz angebracht. Sonnleitner gibt auch an, dass jedenfalls nicht mit Vollgas mit den reparierten Rennautos Probefahrten durchgeführt werden. Auch ein Fahrtenbuch wird geführt.