BH-Stellvertreter Pehofer: „Der Bezirk Scheibbs hat mich geprägt“

Erstellt am 24. Februar 2022 | 11:03
Lesezeit: 4 Min
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Bezirkshauptmann-Stellvertreter Christian Pehofer (links) und Bezirkshauptmann Johann Seper hatten in den vergangenen vier Jahren eine intensive und sehr gute Zusammenarbeit sowie ein hohes gegenseitiges Vertrauensverhältnis. Seper: „Ich freue mich für Christian und gratuliere ihm zum nächsten Karriereschritt.“
Foto: Eplinger
Mit 1. März soll Christian Pehofer als Stellvertreter in die Bezirkshauptmannschaft St. Pölten-Land wechseln. Fast vier Jahre lang war der 41-Jährige im Ötscherland als BH-Stellvertreter tätig.
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Es ist der „übliche Lauf der Dinge“, dass Bezirkshauptmann-Stellvertreter nach ein paar Jahren einem neuen Bezirk zugeteilt werden.

Am 1. März soll sich das Karussell weiterdrehen. Betroffen davon sind die Bezirkshauptmannschaften St. Pölten-Land, Scheibbs und Lilienfeld. Zu Redaktionsschluss (am Montag) fehlten zwar noch die Unterschriften auf den Bestellungsdekreten, doch das sollte eigentlich nur mehr Formsache sein.

Ich bin einer, der hingreift, nachhaltig Dinge erledigt und sich dann der nächsten Sache zuwendet.“ Christian pehofer Bezirkshauptmann-Stellvertreter

Christian Steger, aktuell noch Bezirkshauptmann-Stellvertreter in St. Pölten-Land soll in die Landesamtsdirektion wechseln. Christian Pehofer, seit 4. April 2018 Stellvertreter von Bezirkshauptmann Johann Seper in Scheibbs, soll Steger als neuer Stellvertreter von Josef Kronister folgen. In Scheibbs soll er durch Manuel Höfer, bislang Jurist auf der Bezirkshauptmannschaft Lilienfeld und für Grundverkehrsangelegenheiten zuständig, ersetzt werden.

Für den 41-jährigen Christian Pehofer, der mit seiner Frau und seinen beiden Kindern seit zwei Jahren im Bezirk Krems-Land lebt, ein wichtiger Karriereschritt am „Weg nach oben“. Dennoch verlässt er den Scheibbser Bezirk auch mit einem weinenden Auge und verspricht, oft wiederzukommen – zumindest zum Skifahren oder für Kurzurlaube oder Ausflüge mit der Familie.

„Scheibbs hat mich geprägt in vielerlei Hinsicht“, sagt Pehofer im NÖN-Gespräch. „Der Bezirk Scheibbs steht für ein konstruktives, zielgerichtetes Miteinander in guten wie in schlechten Zeiten. Ein Miteinander, dass es sowohl im Behördenteam gibt als auch mit den Vertretern von Gemeinden, Blaulichtorganisationen oder anderen Institutionen sowie der Bevölkerung selbst. Aus dem heraus haben sich auch viele Freundschaften entwickelt. Mein besonderer persönlicher Dank gilt auch an meine engsten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, erklärt Pehofer, der sich selbst als Menschen beschreibt, der eine Sache angeht, hingreift, nachhaltig Dinge erledigt und sich dann dem nächsten zuwendet.

Von der Schneekatastrophe bis zur Pandemie

Ein Wesenszug, den er vielleicht aus seiner Vorgeschichte mitgenommen hat. Denn Pehofer war nicht immer Jurist. Seine Eltern führten eine Schlosserei, in der Pehofer schon in Jugendjahren immer wieder mithelfen konnte. Nach dem Abschluss der HTL in Krems war er bei der Firma Porr tätig – auch als Bauleiter direkt auf Baustellen, ehe er 2004 in den Landesdienst wechselte. Berufsbegleitend zu seiner Tätigkeit als Ingenieur bei der Abteilung Landesstraßenbau absolvierte er das Jus-Studium und kam danach 2012 als Jurist auf die Bezirkshauptmannschaft Waidhofen/Thaya. 2015 ging es weiter nach Krems, ehe er am 4. April 2018 in Scheibbs seinen ersten Stellvertreterposten antrat.

Erinnerungen wird er viele aus diesen vier Jahren mitnehmen – von der Schneekatastrophe 2019 bis hin zu fast zwei Jahren Pandemie. Erinnerungen, die aber auch „wichtige Erfahrungen in sich vereinen“, wie Pehofer betont. Man lernt immer und überall dazu, ist ein Leitsatz von Pehofer.

Mit dem Wechsel nach St. Pölten-Land erwartet Pehofer auch eine neue Aufgabenstellung. In Scheibbs war er als Bereichsleiter für Wirtschaft und Umwelt sowie Jagdreferent sehr viel vor Ort unterwegs. Aufgrund der kleineren Struktur der Behörde – 18 Gemeinden, 54 Dienstposten – hat er aber auch sämtliche anderen Bereiche mitbekommen. Im Bezirk St. Pölten-Land, der mit 132.064 Einwohnern und 45 Gemeinden fast drei Mal so groß wie der Bezirk Scheibbs ist, wird er in enger Abstimmung mit Bezirkshauptmann Josef Kronister vor allem auf organisatorischer Ebene tätig sein. Immerhin hat auch die Bezirkshauptmannschaft dort fast drei Mal so viele Dienstposten (143). „Es ist natürlich eine große neue Herausforderung, auf die ich mich aber schon sehr freue“, erläutert Pehofer, der seine neue Arbeitsumgebung sehr gut kennt. Denn bis vor zwei Jahren hat er mit seiner Familie noch im Bezirk St. Pölten-Land in der Nähe von Herzogenburg gelebt.

Alles Gute wünscht auch Bezirkshauptmann Johann Seper seinem bisherigen Stellvertreter. „Er hat bei uns einen Top-Job gemacht. Die Zusammenarbeit und das gegenseitige Vertrauensverhältnis waren großartig, das hat sich vor allem während der Schneekatastrophe 2019 und der Pandemie jetzt gezeigt. Ich freue mich für ihn, dass er jetzt die nächste Sprosse der Karriereleiter nimmt, und ich bin überzeugt, dass er seinen Weg Richtung Bezirkshauptmann bald macht“, sagt Johann Seper.

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