Auch Kultur im Bezirk Scheibbs wartet auf das „Go“. Die NÖN hat sich umgehört, wie Kulturvereine im Bezirk Scheibbs ihr heuriges Programm planen.

Von Anna Faltner. Erstellt am 24. Februar 2021 (04:29)
Momentan ist es ruhig im kultur.portal Scheibbs. Erst ab Ende Mai startet der Scheibbser Kulturverein mit seinen Veranstaltungen.
scheibbs.impuls.kultur

Die Kulturbühnen in der Region bleiben noch eine Weile unbespielt. Wie die Bundesregierung angedeutet hat, dürfte mit ersten Lockerungen im Kulturbereich erst rund um Ostern zu rechnen sein. Für viele Kulturvereine ist das keine Überraschung. Sie sind es auch leid, ihre intensiv geplanten Veranstaltungen immer wieder abzusagen. Deshalb haben die meisten Kulturinitiativen für das Frühjahr gar nichts geplant.

Der Kulturverein scheibbs.impuls.kultur hat die Programmplanung für das Jahr 2021 schon abgeschlossen. Los geht es allerdings erst am 28. Mai mit der Lesung „Der Hammer“ von Dirk Stermann im kultur.portal. „Wir hoffen, dass wir ab dann unser normales Programm durchziehen können. Von Ende Mai bis zum Jahresende haben wir über 30 Veranstaltungen geplant“, informiert Kassier Johann Huber.

Für 4. Juni ist erstmals ein Musikfestival mit dem Kulturort Schloss Neubruck vorgesehen. Ein Tanzworkshop, das Sommerkino, Literaturlesungen und Konzerte komplettieren das dichte Programm, das zum Teil auch noch aus dem Vorjahr nachgeholt wird. „Die Veranstaltungen, die wir jetzt gehabt hätten, haben wir in den Herbst verschoben“, berichtet er.

„Sobald es möglich ist, werden wir es angehen. Die Leute wollen Kultur und wir bieten ihnen das an.“ Franz Faschingleitner, Bürgermeister Reinsberg

Warum ohnehin erst der Sommer als Starttermin angesetzt wurde? „Mit unseren Räumlichkeiten im kultur.portal ist es schwierig, so große Abstände zu schaffen. Und wir wollen auch nicht, dass die Leute mit Masken drin sitzen. Wir wollen unsere Veranstaltungen unter halbwegs normalen Umständen durchziehen“, betont er.

Im Sommer ist das einfacher. Da steht nämlich auch wieder die Bühne am Rathausplatz parat. „Wir hoffen, dass wir im Freien alles so halbwegs normal gestalten können. Wenn es indoor nicht möglich ist, hoffen wir zumindest, dass wir die Freiluftveranstaltungen alle durchziehen können“, sagt Huber.

Das Planen in Zeiten der Pandemie ist generell nicht so einfach. Während man eine Veranstaltung gemeinsam mit den Künstlern plant, wissen beide, dass es zu einer Absage kommen kann. „Die Künstler sind froh, wenn sie endlich mal wieder spielen dürfen. Sie sind sehr kulant, was Absagen betrifft. Ihnen geht es momentan auch nicht um die große Gage. Sie wollen einfach wieder auftreten“, weiß Hans Huber vom Kulturverein scheibbs.impuls.kultur.

Frühjahrsveranstaltungen gibt es heuer auch in Bodensdorf (Wieselburg) nicht. Der Kulturwirt Aigner möchte keine Veranstaltungen mehr „über den Haufen werfen“. Erst im Sommer, wenn möglich schon im Mai, geht es los mit den „KulturFreitagen“ beim Ballonwirt im Gastgarten. Und dann soll auch ein Herbstprogramm folgen. Zum Teil das, was eigentlich für 2020 geplant war.

Mit einer ähnlichen Gestaltung kam auch das Herbstprogramm vom Verein Kulturschmiede in Gresten zustande. Im Herbst werden genau die Veranstaltungen nachgeholt, die 2020 im Herbst ausgefallen sind. Für das Frühjahr wurde gar nichts geplant.

Mit etwas mehr Zuversicht hat das Kulturdorf Reinsberg sein Ganzjahresprogramm präsentiert und bisher nur die zwingendsten Termine abgesagt. „Wir haben alles fix fertig geplant. Sobald es möglich ist, werden wir es angehen. Die Leute wollen Kultur und wir bieten ihnen das an. Und wir sind guter Dinge, dass es bald wieder losgeht“, betont Bürgermeister Franz Faschingleitner.

Für die verschiedensten Maßnahmen (Abstandsregeln, Maskenpflicht, Registrierungspflicht oder Eintrittstests) ist man im Kulturdorf gerüstet. „Wir könnten jederzeit starten. Es gibt immer Mittel und Wege, wenn man will“, sagt Faschingleitner.

Und so gibt es auch für die nächste Veranstaltung, Kristina Sprenger am 20. März, noch keine Absage. „Vielleicht ist das ja irgendwie möglich“, ist der Ortschef optimistisch. Ähnlich motiviert ist der Steinakirchner Kulturverein Viva la Musica . Dort ist ein Frühjahrsprogramm geplant, am 9. April soll es losgehen – und zwar mit der Gruppe „zwo3wir“. Damit will der Verein Hoffnung auf baldige Normalität machen. Im Programm finden sich auch Künstler, deren Termine im Vorjahr ausfielen.

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