Karl-Heinz Hintersteiner: Will keine Sekunde missen“. Karl-Heinz Hintersteiner, seit 28 Jahren Welser-Betriebsratsvorsitzender, geht in Pension.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 28. Mai 2020 (04:20)
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Welser Profile-Betriebsratsvorsitzender Karl-Heinz Hintersteiner (links) übergibt symbolisch einen Schlüssel an seinen designierten Nachfolger Andreas Essletzbichler. „Mir wird zwar die Belegschaft fehlen, aber dafür habe ich jetzt mehr Zeit für meine Hobbys – Fußball und Rallyesport mit meinem 110 PS-starken Käfer, Baujahr 1970“, sagt Hintersteiner.
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Es sind sehr große Fußstapfen, in die der 28-jährige Lunzer Andreas Essletzbichler in Kürze treten wird. Essletzbichler, seit 2007 Produktionstechniker bei Welser Profile und seit 2016 Arbeiterbetriebsrat, soll Karl-Heinz Hintersteiner als Betriebsratsvorsitzender von Welser Profile folgen. Denn der 62-jährige Scheibbser Karl-Heinz Hintersteiner geht mit 1. Juni in Pension – nach 32 Dienstjahren bei der Firma Welser, davon 28 Jahre als Betriebsratsvorsitzender.

„Und ich möchte keine einzige Sekunde davon missen, auch, wenn es anfangs nicht so leicht war. Immerhin haben wir den damals schwarzen Betriebsrat gedreht. Das war für uns und auch die Geschäftsführung gar nicht so einfach – vor allem, weil ich als Junger auch noch oft mit dem Kopf durch die Wand gehen wollte“, erinnert sich der sozialdemokratische Gewerkschafter.

Mittlerweile steht es im Welser-Betriebsratsgremium 9:2 für die FSG und auch mit der Geschäftsleitung hat Hintersteiner ein sehr gutes Einvernehmen gefunden. „Es liegt in der Natur der Sache, dass es Auffassungsunterschiede zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmervertretung gibt, aber wir konnten vor allem im letzten Jahrzehnt auf Augenhöhe alles ausreden, selbst in kritischen Phasen, oder wenn es Warnstreiks gab“, betont Hintersteiner. Denn der Kollektivvertrag war und ist für Hintersteiner immer „die Bibel“.

Seit 20 Jahren ist Karl-Heinz Hintersteiner auch Regionalvorstand der PRO-GE (zuständig für die Bezirke Amstetten, Melk und Scheibbs) und damit im Landes- und Bundesvorstand, sowie Mitglied des Metaller-Kollektivvertrags-Verhandlungsteams. PRO-GE-Regionalvorsitzender bleibt Hintersteiner noch bis zur Regionalkonferenz 2022.

Als seinen größten betrieblichen Erfolg bezeichnet Hinter-steiner das Erwirken des Zeitguthabens für Nachtschicht-Arbeit bei der Umstellung von Zwei- auf Dreischicht-Betrieb 1998.

Essletzbichler will Hintersteiners Weg weitergehen. Gemeinsam mit Karl Fössl als Stellvertreter, der seit 1992 schon an der Seite von Hintersteiner steht. „Ich bin froh, in den nächsten Jahren noch auf Karl Fössls Wissen und seine Erfahrung zurückgreifen zu können“, betont Essletzbichler.