Wenn das Geld in der Region bleibt. Fernwärme / Die Nahwärmegenossenschaft investiert 500.000 Euro in den Ausbau der Kesselanlage für Wärmenetz Steinakirchen.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 04. März 2014 (23:59)
NOEN, Foto: CE
Freuen sich über den Ausbau des Nahwärmeheizwerkes in Steinakirchen, vorne von links: Josef Streißelberger, Günther Gschaider (Baufirma Brachinger), Bürgermeister Josef Sonnleitner und Grundbesitzer Pfarrer Hans Lagler sowie die Genossenschaftsmitglieder Rudi Höller (Heizwart), Herbert Kronister und Josef Eppensteiner.
Von Christian Eplinger

STEINAKIRCHEN / Seit 2002 versorgt die Nahwärmegenossenschaft Steinakirchen vom Heizwerk direkt unterhalb des Schulgebäudes 20 Kunden. Zehn Neuanschlüsse und der in die Jahre gekommene 500 kW-Kessel brachten die 31 Genossenschaftsmitglieder aber zur Entscheidung: Wir bauen unsere Heizanlage in Steinakirchen aus.

Seit zwei Wochen laufen die Bauarbeiten für die Erweiterung des Heizwerkes. Bis Sommer soll die Firma Brachinger mit diesen Arbeiten fertig sein, dann folgt der Tausch der Kesselanlage. Ab der Heizperiode im Herbst 2014 soll die neue Anlage in Vollbetrieb sein.

1.300 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr eingespart

„Wir investieren rund 500.000 Euro in unsere neue Kesselanlage. Der alte 500 kW-Kessel wird ausgetauscht und zusätzlich ein zweiter 350 kW-Kessel dazugeschlossen. Damit können wir zum einen den höheren Bedarf abdecken und haben zum anderen noch Kapazitäten für eine mögliche Netzverdichtung oder Erweiterungen frei“, erläutert Genossenschaftsobmann Josef Sonnleitner und ist stolz, dass sich die Genossenschaft diese Investition auch leisten kann – und das trotz eines relativ niedrigen Wärmepreises von rund 97 Euro je MWh.

„Wir liegen mit unserem Fernwärmepreis rund 35 Prozent unter dem Ölpreis, wenn man dort die gebundenen Betriebskosten mit einrechnet. Zudem werden pro Jahr rund 1.300 Tonnen Kohlendioxid eingespart“, weiß Projektmanager Josef Streißelberger.

Regionale Wertschöpfung von rund 100.000 Euro jährlich

Insgesamt betreibt die Nahwärmegenossenschaft Steinakirchen vier Anlagen im Pfarrgebiet. Neben Steinakirchen auch Heizanlagen in Wang (seit 2002, 200 kW, elf Objekte), in Wolfpassing (seit 2005, 100 kW, 32 Gedesag-Wohnungen) und Steinakirchen (seit 2008 Anlage Autohaus, 300 kW).

Insgesamt werden für alle Anlagen rund 5.000 Schüttraummeter Waldhackgut aufgebracht. „Das stammt ausschließlich aus rund 500 Hektar Wäldern unserer Genossenschaftsmitglieder. Wir erzielen damit eine regionale Wertschöpfung von rund 100.000 Euro pro Jahr“, weiß Obmann Josef Sonnleitner.

Insgesamt hat die FWG damit rund 2,2 Millionen Euro in Nahwärmeanlagen investiert. Damit aber noch nicht genug: Ebenfalls noch heuer soll das Wärmenetz in Wang um 135 Meter erweitert werden. Dort soll eine Wohnhausanlage der WET ans Netz gehen.