Naturpark Ötscher-Tormäuer: Das beste Jahr seit 2015. 47.000 Gäste bei der Ötscher-Basis bedeuten fünf Prozent mehr Besucher als im Vorjahr.

Von Markus Zauner. Erstellt am 19. November 2020 (11:25)

Das Team um Florian Schublach, Projektleiter des Naturparks Ötscher-Tormäuer, darf jubeln. „Wir hatten eine äußerst gute Saison, was die Besucherzahlen angeht. An der Ötscher-Basis konnten wir rund 47.000 Gäste begrüßen. Das waren rund fünf Prozent mehr als im Vorjahr“, rechnet Schublach vor. Und verweist gleichzeitig auf den besten Besuch seit 2015, als das Naturparkzentrum in Wienerbruck im Zuge der Landesausstellung eröffnet wurde.

Die Gründe für den kontinuierlichen Zuwachs in den letzten Jahren sind vielfältig, weiß Schublach: „Die Region um den Ötscher hat sich in den letzten Jahren touristisch entwickelt. Angefangen bei der Mariazellerbahn, über die Bergbahnen bis hin zu kleineren Ausflugszielen und Beherbergungsbetrieben hat es eine stetige Entwicklung gegeben. Auch verbessert sich die Kooperation zwischen den einzelnen Anbietern und somit auch die Kommunikationsleistung der gesamten Region.“

„Die Region um den Ötscher hat sich in den letzten Jahren touristisch entwickelt.“ Florian Schublach

Zudem gebe es einen grundsätzlichen Trend hin zur Natur. „Menschen wollen ihre Freizeit in der Natur verbringen, um einen Ausgleich zu ihrem oft stressigen Alltag zu bekommen“, betont Schublach.

Und last but not least habe auch Corona zum Spitzenergebnis beigetragen. „Zum einen hat sich der Wunsch nach Natur bei vielen durch die Einschränkungen verstärkt. Zum anderen konnten wir heuer auch Gäste begrüßen, die zum ersten Mal oder nach langer Zeit wieder einmal bei uns waren. Hier kann man wahrscheinlich Rückschlüsse auf die Unsicherheiten in Bezug auf Auslandsreisen herstellen“, analysiert der Naturpark-Projektleiter.

Apropos Corona: Die Vorgaben seien vom Gros der Besucher eingehalten worden. „Unsicherheiten gab es immer nur dann, wenn die Regeln geändert wurden, wie etwa Maskenpflicht im Geschäft, aber nicht in der Gastronomie. Dann hat es ein paar Tage gedauert, bis sich alle wieder umgestellt haben“, erzählt Schublach aus der Praxis.

Polarisiert hat indes das Kunstprojekt „Cliffhanger“ — eine Geschäftsfassade mit der Beschriftung „Tourist Information“ hoch oben in einer Steilwand neben dem Mirafall. „Hier gab es gemischte Reaktionen. Teilweise haben wir sehr positives Feedback bekommen – und manche Menschen haben es überhaupt nicht verstanden, worum es geht. Wir hatten ein paar intensive E-Mails, wobei man sagen muss, dass der Großteil der Beschwerden ins Positive gewendet werden konnte, sobald wir die Möglichkeit hatten zu erklären, warum das Kunstwerk hängt und was es sagen soll,“ schildert Florian Schublach.

In puncto „Cliffhanger“ werde es in der nächsten Saison weitere Kommunikation geben. Er sei davon überzeugt, dass es für die Gesellschaft und für die Region um den Ötscher wichtig sei, darüber nachzudenken, wohin die touristische Reise gehe oder gehen soll. „Vor allem als Naturpark müssen wir uns dieser Debatte stellen beziehungsweise diese sogar aktiv führen“, ist sich Schublach sicher.