2021: Keine Messe und kein Volksfest. Zu unsicher: Ab Hof, Wieselburger Messe und Volksfest sind für 2021 abgesagt. Roher: „Jetzt ist Schaden noch relativ gering.“

Von Christian Eplinger. Erstellt am 08. März 2021 (15:08)
Bilder wie diese wird es wohl noch länger nicht geben. Messe-Geschäftsführer Werner Roher (oben) verkündete daher für 2021 die Absage von Ab Hof-Messe, Wieselburger Messe und Wieselburger Volksfest.
Eplinger

„Es geht einfach nicht. Wir müssen jetzt die Reißleine ziehen, bevor sämtliche Planungen auch Geld kosten – uns, den Partnern und den Ausstellern“, sagt ein zerknirschter Werner Roher, Geschäftsführer der Messe Wieselburg.

Werner Roher, Geschäftsführer der Messe Wieselburg
Messe Wieselburg

Statt Messen und Veranstaltungen zu planen und vorzubereiten, ist er seit nunmehr knapp einem Jahr damit beschäftigt, Covid-19-Sicherheitskonzepte auszuarbeiten und wieder zu verwerfen, Kurzarbeitsanträge zu stellen oder um Fixkostenzuschüsse anzusuchen. „Das ist eigentlich nicht die Tätigkeit, wegen der ich diesen Beruf als Messe-Geschäftsführer gewählt habe“, sagt Roher.

Doch daran wird sich so schnell vermutlich nichts ändern. Denn zu Wochenbeginn ist eine weitere wesentliche Entscheidung gefallen: Die Messe Wieselburg hat die für 11. bis 14. Juni geplante Kombi-Messe „Ab Hof“ und „Wieselburger Messe“ ebenso abgesagt wie das für 30. Juni bis 4. Juli geplante Wieselburger Volksfest. „Wir können zum jetzigen Zeitpunkt einfach nicht sagen, unter welchen Umständen wir die Messen veranstalten könnten. Für die reinen Fachbesucher wären die Messen durchführbar. Doch bei der Ab Hof aber auch bei der Wieselburger Messe sind Verkostungen, der direkte Kontakt mit den Besuchern und die Geselligkeit ganz wichtige Faktoren. Und das ist unter den gegebenen Umständen nicht möglich. Daher haben wir uns für eine Absage entschieden“, erklärt Roher gegenüber der NÖN.

Keine Events in diesem Jahr

Vom Veranstaltungskalender für 2021 gestrichen ist aber auch bereits das Wieselburger Volksfest, dessen Neuausrichtung ja eigentlich bereits im Vorjahr seine Premiere feiern hätte sollen. „Ich kann es mir nicht vorstellen, dass Ende Juni Bierzeltstimmung, Schunkeln oder auch die Nutzung von Schaustellergeschäften möglich ist. Wir haben zwar auch kurz über eine Verlegung des Volksfestes in den August diskutiert, aber auch das ist in Wahrheit noch ein zu großes Risiko. Außerdem sind wir als Messe ja auch nicht der einzige Veranstalter“, erklärt Roher.

Insgesamt wäre es aus wirtschaftlicher Sicht wichtig gewesen, den Schritt zur Absage bereits jetzt zu setzen. Zwar habe man schon Anmeldungen und Standpläne für die Ab Hof und die Wieselburger Messe entworfen, aber bislang ist der finanzielle Schaden sowohl für die Messe selbst als auch die Aussteller noch relativ gering. „Nur in den nächsten Wochen wären dann für beide Seiten die Vorbereitungen auch entsprechend ins Geld gegangen. Das wollten wir vermeiden“, sagt Roher.

Nach der Absage der beiden Meses und des Volksfestes rechnet Roher mit einem Messe-Comeback nicht vor Ende September, da soll die Schule & Beruf über die Bühne gehen, die im Vorjahr ihre digitale Premiere feierte. „Heuer wollen wir aber wieder eine reale Messe veranstalten. Ich glaube, das ist für beide Seiten – Jugendliche aber auch Schulen und Firmen – wichtig“, ist Roher überzeugt.

Für 2022 alles offen

Wie es mit der Ab Hof und der Wieselburger Messe 2022 weitergeht, ist derzeit noch offen. Die Koppelung dieser beiden Messen hätte einigen Partnern und Ausstellern durchaus gefallen. „Da wird es noch Gespräche geben. Bis Ende April wollen wir das aber entscheiden“, sagt Roher. Offen ist aktuell auch noch, wie die Produktsieger gekürt werden. Denn die Produktverkostungen im Vorfeld der Ab Hof haben ja wieder stattgefunden. Ob ein Event zur Preisverteilung möglich ist, wird auch mit dem Land abgestimmt.